Der Tenor der Einschätzungen ist nahezu einstimmig: Die Autofahrer aus dem östlichen Landkreis Coburg und dem Kronacher Raum haben sich erstaunlich schnell auf die Behinderungen durch die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 303 eingestellt. Polizeihauptkommissar Ulrich Bosecker hat sich gestern die Situation vor Ort noch einmal angeschaut und zeigte sich auf Tageblatt-Nachfrage zufrieden mit der Situation: "Ehrlich - ich habe es mir schlimmer vorgestellt."

Erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Ortsdurchfahrt

Freilich: Erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Ebersdorfer Ortsdurchfahrt registrieren alle Beteiligten - neben Ulrich Bosecker von der Polizei auch Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) und Roland Daum von der Kronacher Servicestelle des Bauamtes in Bamberg. "Es funktioniert", sagt Reisenweber, der gerade den bekannt schwierigen Bahnübergang in der Canterstraße im Auge hat. Dort sind die Schranken oft lange geschlossen und können so zur Stau-Falle werden.

Autofahrer suchen Schlupfköcher

Nichtsdestotrotz verweist der Ebersdorfer Bürgermeister noch einmal darauf, dass die Autofahrer doch bitte auf die weiträumig ausgeschilderte Umleitung über Sonnefeld, Kleingarnstadt, Blumenrod und Rödental ausweichen sollen. "Viele verlassen sich da zu sehr auf ihr Navi und suchen dann bei uns ein Schlupfloch", vermutet Reisenweber. Nur geht es sich mit einem Schlupfloch in Ebersdorf nicht aus - man muss die Baustelle weiträumig umfahren, eine sinnvolle Alternative gibt es nicht.

Ausweichroute über Rödentaler Umgehung

Große Verzögerungen gibt es für aus Kronach kommende Autofahrer in Richtung Coburg eh nicht. Ulrich Bosecker ist gestern die Umleitungsstrecke entlang gefahren und hat dabei - "wenn überhaupt", sagte er - an der Ampelkreuzung am Rödentaler Lindenplatz ("Grosch-Kreuzung") ein auffälliges Verkehrsaufkommen beobachtet. Der Verkehrsfachmann der Coburger Polizei kann sich auch gut vorstellen, was der Hintergrund für die entspannte Lage ist: "Viele Autofahrer weichen über Neustadt und die Rödentaler Umgehung auf die Autobahn aus."

Wenn dann gar nichts mehr geht

Ein bisschen bange wird es Bernd Reisenweber allerdings beim Blick in die nahe Zukunft. Im Bauzeitplan des Staatlichen Bauamtes steht für Mitte/Ende April eine mehrwöchige Vollsperrung der Bundesstraße auf Höhe der Abfahrt Ebersdorf-Mitte. Wie Roland Daum gestern berichtete, läuft es auf der Baustelle offensichtlich wie am Schnürchen: "Wir hoffen, dass wir schon Mitte kommender Woche den Verkehr umstellen können". Das heißt: Die Vollsperrung der B 303 im Rahmen der zweiten Bauphase könnte schon ab Ende nächster Woche gelten.
Diese Nachricht freut natürlich den Bürgermeister. "Die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt und der Baufirma funktioniert reibungslos", sagt Bernd Reisenweber dazu. Er hofft nun, dass auch der zweite Bauabschnitt zügig vonstatten geht, damit die Ebersdorfer Ortsdurchfahrt schnell wieder entlastet wird. "Das wird schon noch einmal heftig werden", vermutet Reisenweber.