Das Verkehrsaufkommen in der Thermalbadstadt hat deutlich zugenommen. Immer häufiger kommt es im Bereich rund um den Marktplatz zu diversen Staus Richtung Coburger, Hildburghäuser und Heldburger Straße. Klaus Geuther (SPD) regte daher in der Sitzung des Stadtrates am Montagabend im Haus des Gastes an, Maßnahmen seitens der Verwaltung zu ergreifen, die der Verkehrsberuhigung dienen. Leitragende sind in erster Linie erholungssuchende Passanten, die gerne einen Kaffee im Freien genießen möchten.

Zuvor referierte Ulrich Bosecker, Polizeihauptkommissar bei der Polizeiinspektion Coburg, über ein Verkehrssicherheitsprogramm 2020 sowie über Verkehrsschauen im Landkreis Coburg. Letztere seien alle zwei Jahre rechtlich vorgeschrieben, sagte Bosecker. Dabei berieten Vertreter der Straßenbaubehörde, der Kommune und der Polizei über geeignete Maßnahmen an neuralgischen Verkehrspunkten. Unter dem Motto "Bayern mobil - sicher ans Ziel" gelte es vor allem, die Gesundheit der Verkehrsteilnehmer zu schützen, erklärte er.


Den ausufernden Schilderwald eindämmen

Als Fernziel ist weiterhin vorgesehen, einen ausufernden Schilderwald einzudämmen. Der Ordnungshüter stellte dabei die Notwendigkeit eines Schildes "Steinschlag" oder "Wildwechsel" infrage, wenn man an Felsen vorbei- oder durch einen Wald fährt. Weniger Schilder erhöhten die Aufmerksamkeit. Als wirksamstes Mittel zur Verkehrssicherheit führte Bosecker jedoch die gegenseitige Rücksichtnahme der Autofahrer ins Feld. Vorausschauendes und umsichtiges Fahren bedeute mehr als die "halbe Miete" gegen die Unfallhäufigkeit. Verkehrsschauen würden unter anderem an Bahnübergängen, auf Schul- und Radwegen sowie an Motorradstrecken durchgeführt. Hauptamtsleiter Uwe Schmidt wies darauf hin, dass sich die Situation durch die gesteigerte "Freiluft-Gastronomie" rund um den Bad Rodacher Marktplatz verschärft habe. Man werde der Verkehrslage dort besondere Aufmerksamkeit widmen.

Zu einer weiteren Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel wird es nicht kommen, nachdem der Stadtrat eine Bauvoranfrage der Immofinanz Heinrichsthal abgelehnt hatte. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) und Kämmerer Michael Fischer hatten bei Vorverhandlungen mit Geschäftsführern der Immofinanz nicht in Erfahrung bringen können, um welche Art Einzelhandel es gehe. "Wir wissen es nicht", betonte Ehrlicher, während der Kämmerer dadurch das Projekt als "nicht genehmigungsfähig" deklarierte.
Positiv beschieden wurde dagegen eine Bauvoranfrage für den Neubau eines Wohnhauses mit Nebengebäude (Lager und Stallung für maximal drei Pferde).

Im Stadtrat gefasste Beschlüsse:
Folgende Punkte sind ohne Gegenstimme angenommen worden:

Modellregion Die Stadt wird Antragsteller für die Initiative Rodachtal und bewirbt sich damit um die Modellregion Naturtourismus. Die inhaltliche Arbeit der Antragstellung übernimmt das Regionalmanagement der Initiative.

Bestattungen Das Gremium beschloss den Erlass einer Friedhofs- und Bestattungssatzung sowie den Erlass über die Friedhofs- und Bestattungsgebühren der Stadt.

Gestaltung In Sachen "Architektenwettbewerb Schlossplatz" werden die drei Preisträger nochmals eingeladen, um Details für den Planungsauftrag zu besprechen. Der soll, so der Bürgermeister, im Mai erteilt werden. Vorrangig bleibt die Anlage eines neuen Spielplatzes, wobei der Baubeginn vermutlich im Frühjahr kommenden Jahres sein wird. vg