Drei Fragen sind es im Wesentlichen, über die zurzeit in Coburg diskutiert wird: Wer wird Oberbürgermeister-Kandidat der CSU? Wer wird nächster Dschungelkönig? Und: Wer wird - wann auch immer - Nachfolger von Bundespräsident Christian Wulff? Bei der Prunksitzung der Narrhalla gab es am Samstag zwar keine eindeutigen Antworten, wohl aber ein paar Fingerzeige.

OB-Casting der CSU


Präsident Thomas Eck schlug während seiner Taxi-Fahrt vor, die CSU könnte doch ein "OB-Casting" veranstalten, und zwar hier und jetzt im Saal des Kongresshauses: "Und wen die meisten erkennen, der wird's!" Peter Kammerscheid als Fahrgast im Taxi zeigte sich skeptisch: "Meinst Du, die erkennt überhaupt jemand?" Immerhin: Als die beiden dann darum baten, dass potenzielle CSUler mal kurz aufstehen, erhoben sich prompt ein paar. Es waren aber auch allerhand CSUler da. Denn wie hatte Thomas Eck doch die anwesenden Stadträte grob umrissen: "20 Schwarze, fünf Rote und ein paar Versprengte."
Thema war auch der neugestaltete Albertsplatz weg: "Der erinnert mich an den ehemaligen Todesstreifen", lästerte Thomas Eck: "menschenleer, nachts beleuchtet und überall freies Schussfeld". Peter Kammerscheid versuchte als Mitglied des Bausenats dafür an anderer Stelle wieder Sympathiepunkte zu gewinnen: "Weil die Stadt sparen muss, gibt es im Bausenat keine Brötchen mehr." Thomas Eck trocken: "Dann hat sich für die meisten ja nichts geändert: Der Carl-Christian Dressel hat ja eh immer nichts übrig gelassen."
Und damit vom Taxi hinein in den Dschungel der vielen weiteren Attraktionen des Abends: Auf der Bühne wirbelte die Jugendgarde der "Effect's", frenetisch bejubelt wurde die Königsgarde vom "Coburger Mohr" - und dazwischen durfte über Michelle Maldonado (ebenfalls "Coburger Mohr") gestaunt werden, die heuer als Tanzmariechen wieder beste Chancen hat, Deutsche Meisterin zu werden. Die Tanzschule Gehde ließ mit ihrer Gruppe "Dancesation" die Puppen tanzen.

Hummelfigur rasiert


Deutlich langsamer bewegte sich Büttenredner Volker Weigand. Sein Thema beziehungsweise Ärger diesmal: Sprachcomputer. Sein traumatischstes Erlebnis: als ihm die Stimme aus dem Navigationsgerät empfahl, im nächsten Kreisel geradeaus zu fahren - "...und dann hab‘ ich da bei Oberwohlsbach die Hummelfigur rasiert."
Auswärtige Gäste konnten diesmal gleich mehrere begrüßt werden. Stefan Eichner ("Das Eich") machte sich Gedanken über den Franken an sich: "Wir Franken sind etwas gefühlskalt", so seine Analyse, "aber wir können das halt nicht so zeigen." Schneller sprang bei Claudia Bill der Funke über, die den Franken aus der Sicht einer "Zugereisten" beschrieb.

Mehr dazu lesen Sie im Coburger Tageblatt