"Jetzt, wo der Frühling wirklich da ist und das erste Grün die Natur aus dem Winterschlaf geweckt hat, zieht es Wanderfreunde wieder hinaus ins Freie." Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung aus Bad Rodach. Und auch wenn das mit dem Frühling - zumindest am Freitag - noch nicht so ganz stimmte, machte das, was ansonsten noch verkündet wurde, durchaus Lust auf die endlich wieder wärmeren Monate.

Rund um das fränkische Heilbad Bad Rodach sind dann Wanderungen durch die unberührte Landschaft des Rodachtals gleich wieder ein doppeltes Erlebnis: Sie verbinden eine seltene Naturerfahrung mit der Suche nach den Spuren deutsch-deutscher Geschichte. In der ehemaligen Grenzregion zwischen Franken und Thüringen, an der früheren deutsch-deutschen Grenze, ist nach der Öffnung des "Eisernen Vorhangs" das "Grüne Band" entstanden, aus dem einstigen Todesstreifen wurde eine "wahrhaftige Lebenslinie", wie es in der Mitteilung heißt. Denn die Natur konnte sich über die Jahrzehnte unberührt entwickeln. Heute ist das Rodachtal ein wertvolles Biotopverbundsystem, das mehr als 1200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Überleben sichert.

Eine etwa acht Kilometer lange Grenzwanderung entlang des "Grünen Bandes" (Dauer etwa 2,5 bis drei Stunden) sei jetzt im Frühling, wenn Bäume und Sträucher frischgrün ausschlagen, eine "echte Freude".


Tourentipp

Vom Marktplatz in Bad Rodach geht es in Richtung Lempertshausen mit Blick auf das benachbarte Dorf Massenhausen, der einst kleinsten Gemeinde Deutschlands im Sperrgebiet bei Streufdorf. Da es keine Zuzugsgenehmigungen im 500 Meter breiten Schutzstreifen gab, wurden die Einwohner in den letzten Jahren der DDR immer weniger. An Billmuthausen, das von Pionieren der Volksarmee dem Erdboden gleichgemacht wurde, erinnert gar nur noch eine Gedenkstätte. Einen herrlichen Blick auf die sanften Gleichberge und den Straufhain genießen die Wanderer nahe Adelshausen, wo sich einer der ersten Grenzübergänge in der Region befand. Entlang der idyllischen Rodachaue führt der Weg geradewegs zur "Alten Mühle" und dem Hotel Altmühlaue in Roßfeld - die perfekte Gelegenheit für eine Einkehr bei einem kühlen Getränk und einer typisch fränkischen Brotzeit. Über den Panoramaweg Coburger Land - Thüringen mit traumhaften Aussichtspunkten, vorbei an der hundert Jahre alten Hirschmühle, geht es schließlich auf der letzten Etappe direkt zur ThermeNatur. Wer seine Badekleidung in den Rucksack gepackt hat, kann sich jetzt in den urgesunden Fluten des wohlig-warmen Heilwassers entspannen oder eine Schwitzrunde im Sauna-Erlebnisland "Erdfeuer" einlegen und so wirksam einem Muskelkater vorbeugen. Da bleibt auch genügend Muße, die starken Eindrücke der Wanderung und die gesehenen Naturschönheiten noch einmal Revue passieren zu lassen.

Das gut ausgebaute Wegenetz rund um Bad Rodach und am "Grünen Band" hält übrigens noch viele weitere Highlights für Wanderfreunde bereit. Und: Belohnen können sich fleißige Wanderer zum Beispiel mit einem Besuch in der Therme Natur.

Weitere Informationen: Gästeinformation Bad Rodach, Schlossplatz 5, 96476 Bad Rodach, Telefon 09564/1550, Telefax 09564/9211-06, E-Mail: gaesteinfo@bad-rodach.de - Internet: www.bad-rodach.de.