"Damit wollen wir dem Luther-Gedenkjahr gerecht werden", erklärte Pfarrer Eberhard Wunder bei der ersten "Orgelwanderung". Das Luther-Jubiläumsjahr steht unter dem Titel "Reformation und Kirchenmusik".
Die erste "Orgelwanderung" begann in Großwalbur in der Oswaldkirche mit einer Andacht von Pfarrer Eberhard Wunder, der den Holzschnitt "die Emmausjünger" von Karl Schmidt-Rottluff aus dem Jahr 1918 erläuterte. Dieses Motiv - "miteinander wandern und sich die Sorgen von der Seele reden" - sei für ihn der Inbegriff der Kirchwegwanderungen.

Organistin Christine Fischer stellte die Großwalburer Orgel nicht nur musikalisch vor, sondern erklärte den Aufbau der Orgel. Dies Instrument wurde von Georg Christian Hofmann im Jahr 1838 gebaut. Über drei Generationen stellte die Familie Hofmann aus Neustadt an der Heide (heute Neustadt bei Coburg) 66 Orgeln her. Die Schaffenszeit der Hofmanns war zwischen 1782 und 1867 her. Heute sind von diesen Orgeln noch 53 erhalten, davon wiederum alleine 14 in Kirchen des Dekanats Coburg. Hofmann-Instrumente stehen unter anderen neben Großwalbur auch in Ahlstadt, Beuerfeld, Ottowind, Wiesenfeld und Meeder.

Christine Fischer ging auf die Pendale und einzelnen Register des Instrumentes ein. Zur Erklärung spielte sie Lieder aus der Acht-Fuß- oder Vier-Fuß-Reihe an. Als besonderes Nachspiel erklang von der zweiten Empore herab ein kurzer Auszug aus den acht Präludien mit Fuge von Johann Sebastian Bach.

Danach begann die Wanderung mit den Pfarrern Eberhard Wunder und Dieter Stößlein über Neida zum Zielort nach Wiesenfeld. Dort war in der Magdalenenkirche wiederum Kirchenmusik zu hören war. Organist Markus Ewald stellte die Orgel in ihrer ursprünglichen, romantischen Disposition von 1900 und in der 1967 nach barocker Spielweise veränderten Disposition mit Werken von Johann Sebastian Bach und Anton Bruckner vor. Mit einem Abendlied und dem Segen wurde die Premieren-Wanderung beendet. kagü