Die Sonneberger Brüder K. müssen nicht ins Gefängnis. Jedoch haben sie am Donnerstag am Amtsgericht Coburg eine Bewährungszeit von drei Jahren bekommen, als die Verhandlung gegen die beiden Angeklagten fortgeführt wurde. Ihnen wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, die sie gemeinschaftlich begangen haben sollen.


Beleidigung heizt Streit an

Am 25. Mai 2014 beleidigte der 22-jährige Bruder den neuen Lebensgefährten seiner ehemaligen Freundin via Facebook als "Hurensohn". Als der 22-Jährige wenige Minuten später den gemeinsamen Sohn zusammen mit seinem Bruder und weiteren Familienmitgliedern wie abgesprochen in der Wohnung seiner Ex-Freundin und deren Mutter in der Schaumbergstraße in Neustadt ablieferte, kam es zum Streit. Die Kindsmutter und deren Mutter erwarteten die K.s vor der Wohnungstür. Es entstand ein hitziges Wortgefecht, das auch dem Lebensgefährten der Großmutter, Uwe M., der sich in der Wohnung befand, nicht verborgen blieb. Im Glauben, seine Frau und seine Stieftochter würden vom 22-jährigen K. angegriffen, eilte der 52-Jährige zu Hilfe und schubste diesen von den Frauen weg.

Das wiederum bekam der 26 Jahre alte Bruder von K. mit, der sofort auf Uwe M. losging und ihn die Treppe hinunterzerrte. Der 26-Jährige und Uwe M. lieferten sich eine wilde Schlägerei, während der Uwe M. gegen ein geparktes Auto geschubst und mehrfach zu Boden gedrückt wurde. Schließlich mischte auch der jüngere der K.-Brüder mit, während sogar etliche Kinder zuschauten. Gemeinsam drückten die Brüder Uwe M., der mit Aussagen wie "Kinderschänder" weiter provozierte, immer wieder zu Boden und sollen ihn dabei mit Fäusten und Tritten traktiert haben.


Nachbarn holten die Polizei

Sie ließen erst von ihrem Opfer ab, als zwei Nachbarn wegen des Lärms dazukamen und die Polizei verständigten. Uwe M. erlitt Schulterprellungen und Hautabschürfungen und musste stationär im Neustadter Krankenhaus behandelt werden. Der neue Lebensgefährte der jungen Mutter erhielt einen Schlag gegen den Brustkorb, die Großmutter kam mit einem Kratzer davon, als sie die Streithähne trennen wollten. Fünf Tage später soll der 22-jährige K. nach einem Termin beim Jugendamt der jungen Mutter gedroht haben: "Ich schlitz dich auf, du Hure."

Richter Bauer verurteilte die Brüder zu einem Jahr Haft mit einer Bewährungszeit von drei Jahren. Während der 26-Jährige, der als Produktionshelfer arbeitet, zusätzlich 500 Euro bezahlen muss, gab es für seinen arbeitslosen Bruder die Ableistung von 100 Stunden sozialer Dienste obendrauf. "Die Brüder sind sozial integriert und haben Familie", erklärte Richter Bauer die Bewährungsstrafe. "Es besteht die Hoffnung, dass der Denkzettel wirkt."