Bügermeister Udo Siegel (CSU) stellt sich am 16. März ohne Gegenkandidat erneut zur Wahl. Mit 28 gelisteten Kandidaten will die CSU, die zusammen mit dem Bürgerblock kandidiert, erneut die treibende Kraft im Gemeinderat sein - sie stellten bisher mit acht Gemeinderäten und dem Bürgermeister die Mehrheit. Auf Freie Wähler und SPD/Freie Wählergemeinschaft entfielen bisher nur je drei Sitze. Doch das soll sich nach dem Willen der beiden Fraktionsvorsitzenden ändern: Beide Fraktionen wollen künftig die Politik in der 2600 Einwohner zählenden Gemeinde aktiv mit gestalten.


Die Mehrheitsverhältnisse ändern

"Genau wie die Freien Wähler wollen wir einen zusätzlichen Sitz, um die Mehrheit in der Gemeinde zu erreichen", sagt Rainer Matthe, Sprecher der SPD/Freien Wählergemeinschaft. "Mit den Stimmen der Bürger wollen wir die bisher einseitige Mehrheitspolitik der CSU verändern." Dabei müssten sich SPD und FW allerdings zukünftig in den wesentlichen Programmpunkten einig sein. Einig ist sich die SPD-Fraktion in einer Frage: In der bisherigen Legislaturperiode stellt die CSU neben dem ersten Bürgermeister mit Wolfgang Schultheiß und Gabriele Treiber-Möslein auch den zweiten und dritten Bürgermeister aus den eigenen Reihen. "Wenn sich die CSU alle drei Bürgermeister selbst gönnt, zeugt das von Arroganz und mangelndem Willen zur Zusammenarbeit", sagt Matthe. Immerhin habe der Wählerwille sechs Mandate anderweitig vergeben.


"Wir setzen auf Elterninitiativen"

Die SPD hat sich vor allem die finanzielle Förderung von Kindern und Jugendlichen auf die Fahne geschrieben, die Mitglieder in den heimischen Vereinen sind. "Das könnte ein Zuschuss für Trainerstunden oder Ausrüstung sein", so Matthe. Zudem sollen nicht-kommerzielle, pädagogisch sinnvolle und attraktive Jugendfreizeitangebote wie die Skaterbahn, umgesetzt werden. "Wir setzen dabei auch auf Elterninitiativen." Weitere Ziele drehen sich um die demografische Entwicklung, so die Unterstützung von MORO-Projekten (Projekten zur Anpassung der Infrakstruktur) oder der Ausbau von pflegeergänzenden Angeboten. "Wir setzen uns mit ganzer Kraft für eine lebens- und liebenswerte Heimat ein."


Freie Wähler hoffen auf solides Ergebnis

Fraktionssprecher Frank Leistner (FW) hofft auf ein solides Wahlergebnis. Das heißt: Ein zusätzliches Mandat für die Freien Wähler. Allein es hapert auf der Liste an Kandidaten aus den Eigensdörfern. Doch dafür könnte ein Wahlziel gerade dort auf große Aufmerksamkeit stoßen: "Wir wollen die Schülerbeförderung bedarfsgerechter und ausreichend sicher gestalten durch nachhaltige Verhandlungen mit dem Landkreis", verspricht Leistner. Bisher sind die Schüler aus den Eigensdörfern rund fünfzig Minuten vor Schulbeginn am ZOB in Coburg.


Zusätzliche Schulbusse einsetzen

Die FW will das ändern: Es sollen sowohl in Großheirath als auch den Gemeindeteilen zusätzliche Schulbusse eingesetzt werden und exakt dann fahren, wenn es notwendig ist. Dabei sticht Leistner in ein Wespennest, das auch eine Bürgerinitiative vor einigen Jahren schon einmal aufgegriffen hat. Diesmal soll das Thema allerdings nicht versickern, verspricht er. Auch die Schulwegsicherheit steht auf dem Programm der FW: Das betrifft die Ortsverbindungsstraße Großheirath-Rossach, die zwar ausgebaut werden, aber durch kostengünstige bauliche Maßnahmen die Autofahrer zur Reduzierung der Geschwindigkeit zwingen soll.

Der Ausbau des Gewerbegebietes Nord/West ist Programm für alle Parteien im Gemeinderat. Durch die Ansiedlung von Firmen werden die gemeindliche Finanzkraft erhöht und neue Arbeitsplätze in der Gemeinde entstehen. Sprecher Wolfgang Schultheiß von CSU/Bürgerblock setzt mit seiner Partei zudem auf die Ausweisung neuer Baugebiete, um eine stabile Einwohnerentwicklung zu erreichen, die Dorferneuerung, die lebenswerte Ortsteile schaffen soll, und die Fortführung der Altbauförderung, mit der Leerstände wieder mit Leben gefüllt werden sollen. "Ein gutes Beispiel ist auch das Mittelholz in Rossach, wo die seit Jahrzehnten unbebauten Baugrundstücke für junge Familien kostengünstig umgestaltet und beworben werden sollen", erläutert er. Sein Ziel ist es, mit seiner Fraktion auch in Zukunft mit acht Sitzen und dem Bürgermeister die treibende Kraft im Gemeinderat zu stellen.

Es gibt viel zu tun

"Ohne Gegenkandidat anzutreten", sagt Bürgermeister Udo Siegel (CSU), "ist kein Grund, sich beruhigt zurückzulegen." Das sei nur auf den ersten Blick erleichternd, denn es gibt viel zu tun: Dem demografischen Wandel müsse begegnet werden, um dauerhaft die Selbständigkeit der Gemeinde zu erhalten. Siegel will das mit einer soliden Haushaltswirtschaft, hat vor, die Familienfreundlichkeit weiter auszubauen, die Ortskerne zu sanieren, Baugebiete auszuweisen und eine moderne Infrastruktur zu erhalten. "In der kommenden Periode wird die Generalsanierung der Grundschule einen breiten Rahmen einnehmen", informiert er. "In Rossach werden die Baumaßnahmen der Dorferneuerung beginnen." Zudem soll das Industrie- und Gewerbegebiet in Großheirath erschlossen werden. Darauf hoffen alle Parteien, auch wenn - wie Udo Siegel zugeben muss - die Interessenten im Moment nicht gerade Schlange stehen.


Den Wählern in Großheirath stehen drei Listen zur Auswahl

Listen Bei der Kommunalwahl im März können die stimmberechtigten Großheirather unter folgenden Kandidaten wählen:

CSU/Bürgerblock 1 .Udo Siegel, 2. Wolfgang Schultheiß, 3. Gabriele Möslein-Treiber, 4. Heike Wohlleben, 5. Gerhard Ehrlich, 6. Jens Beland, 7. Elmar Schramm, 8. Hermann Raab, 9. Frank Schramm, 10. Frank Degner, 11. Christoph Wegener, 12. Doris Fischer, 13. Thomas Günther, 14. Kerstin Geiger, 15. Andreas Scheler, 16. Rainer Stüllein, 17. Stephan Alex, 18. Guido Detsch, 19. Erwin Späth, 20. Steffen Kanzler, 21. Michael Raab, 22. Markus Taschek, 23. Ralf Reißenweber, 24. Stefan Hauck, 25. Lutz Hahn, 26. Lukas Schramm, 27. Cornelia Schiweck, 28. Prof. Dr. Walter Strohmaier.

SPD/Freie Wählergemeinschaft 1. Johannes Höh (Freie Wählergemeinschaft/Buchenrod), 2. Ulrike Gunsenheimer (SPD/Großheirath), 3. Marco Buff (FWG/Großheirath), 4. Gesine Marr (SPD/Gossenberg), 5. Christian Matthe (FWG/ Großheirath), 6. Silke Dorn (FWG/Großheirath), 7. Andreas Heublein (FWG/Großheirath), 8. Corinna Zier (FWG/Großheirath), 9. Matthias Engelhardt (FWG/Watzendorf), 10. Petra Kotterba (SPD/ Watzendorf), 11. Stefan Dinkel (SPD/Großheirath), 12. Nicole Beetz (FWG/Großheirath), 13. Markus Distler (FWG/Großheirath), 14. Rainer Matthe (SPD/Großheirath).

Freie Wähler 1. Frank Leistner, 2. Manfred Schultheiß, 3. Roland Schultheiß , 4.Oliver Göckel, 5.Christa Höhn, 6. Gerhard Schramm , 7.Silke Görbert-Schultheiß, 8. Andreas Kurth, 9. Christian Zapf, 10.Markus Kreidler, 11. Günther Präcklein, 12.Andreas Lorenz, 13. Fabian Schultheiß, 14. Daniel Göring , 15. Annegret Grell, 16. Matthias Sopp.