Als "ungenügend" bezeichnet es Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), wenn Coburg ab 2017 nur zwei ICE-Halte in Tagesrandlage erhalten würde. In einem Brief an Friedrich Herdan, den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK), schreibt Seehofer: "Die Bayerische Staatsregierung teilt die Einschätzung, dass eine ICE-Bedienung Coburgs mit lediglich zwei Zugpaaren am Tagesrand ungenügend ist und die Planungen der DB insoweit einer Nachbesserung bedürfen." Um die Deutsche Bahn (DB) vom Potenzial eines ICE-Halts in Coburg zu überzeugen, habe sich der Freistaat laut Seehofer "in erheblichem Umfang" an der unter Federführung der Coburger IHK beauftragten Potenzialanalyse beteiligt. "Die Bereitschaft der DB", so Seehofer weiter, "mit allen Beteiligten noch einmal detailliert über die Ergebnisse der Prognose zu sprechen, begrüße ich sehr."

Weiter heißt es in dem Brief, der eine Antwort auf ein Herdan-Schreiben aus dem Mai ist: "In enger Abstimmung mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft wird weiterhin mit der DB darüber verhandelt, wie Coburg in stärkerem Umfang als bislang geplant von der Inbetriebnahme der Schnellfahrachse Nürnberg-Erfurt im Dezember 2017 profitieren kann. Die regionalen Akteure werden dabei auch weiterhin eng eingebunden bleiben. Ziel muss sein, für Coburg ein optimales Gesamtangebot aus Nah- und Fernverkehr zu realisieren."

Parallel arbeite die Staatsregierung daran, so der Ministerpräsident, die Einflussmöglichkeiten auf das Fernverkehrsangebot insgesamt zu verbessern. "Mit Ihnen", spricht Seehofer direkt Herdan an, "bin ich der Auffassung, dass es unbefriedigend ist, wenn die DB allein nach betriebswirtschaftlichen Aspekten entscheidet, welche Fernzugverbindungen in Deutschland angeboten werden." Die Staatsregierung habe deshalb am Entwurf eines Schienenpersonenfernverkehrsgesetzes mitgearbeitet, das den Bund verpflichten soll, in Abstimmung mit den Ländern einen Fernverkehrsplan mit konkreten Angebotsstandards vorzulegen und dessen Umsetzung sicherzustellen.