Das verhaltene Wirtschaftswachstum konnte den Arbeitsmarkt unserer Region im Jahr 2013 kaum beeinträchtigen. Im Durchschnitt waren 13 219 Personen beschäftigungslos. Damit errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent für das Berichtsjahr. Gegenüber 2012 erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen Personen um 4,1 Prozent.
In Bayern betrug dieser Anstieg 6,3 Prozent und in Oberfranken wurden 4,4 Prozent mehr arbeitslose Menschen gezählt. Rückläufig war das Angebot an offenen Stellen. Im Jahr 2013 wurden der Agentur 14 156 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 443 weniger als 2012.

Mehr Arbeitslose

Im Bereich Coburg-Kronach-Lichtenfels waren 6722 Personen im Jahresdurchschnitt beschäftigungslos, 337 mehr als im Vorjahr. Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg fasst die Entwicklung im Jahr 2013 so zusammen: "Der Arbeitsmarkt unserer Region blieb stabil. Die Arbeitslosenquote stieg wie im Bund und in Bayern um 0,1 Prozentpunkte an. Mehr denn je spielt für eine positive Beschäftigungsentwicklung die Qualifikation der Arbeitnehmer die entscheidende Rolle. Unsere Schwerpunkte lagen daher in der Qualifikation arbeitsloser Menschen, in der Unterstützung der Berufsausbildung und in der Eingliederung behinderter Menschen." Erfreulicherweise erhöhte sich die Zahl der in der Region arbeitenden Menschen. Zum 30. März 2013 wurden 218 148 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die im Agenturbezirk arbeiten, gezählt. Etwa 76 000 Personen arbeiten in der Industrie, rund 26 000 im Groß- und Einzelhandel und fast 26 000 Menschen sind im Gesundheits- und Sozialbereich beschäftigt. Die Zeitarbeitsbranche verzeichnete gegenüber dem Vorjahresquartal einen Rückgang um sieben Prozent auf 4233 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Fachkräfte gewinnen

"Fachkräftegewinnung ist unser Thema", so Brigitte Glos. "Eine Möglichkeit, das Fachkräftepotential zu steigern, besteht in der Qualifizierung arbeitsloser Menschen oder Geringqualifizierter in Betrieben. Wir haben 2013 rund 1500 Personen motiviert, eine berufliche Weiterbildung zu beginnen. Dies ist eine Steigerung gegenüber 2012 von fast 90 Prozent."
Ein klassischer Hebel zur Fachkräftegewinnung bestehe darin, dass möglichst jeder Jugendliche eine berufliche Ausbildung absolviert. Die Berufsberater der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg haben im abgelaufenen Jahr über 550 Jugendlichen die Möglichkeit eingeräumt, in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu verbessern. Neben Praktika, Bewerbertraining und Fachkunde bieten diese Lehrgänge auch das Nachholen von Schulabschlüssen an. Wenn es Schwierigkeiten in der Ausbildung gibt, können ausbildungsbegleitende Hilfen - es handelt sich dabei um Nachhilfen zwischen drei bis acht Stunden pro Woche - doch noch zu einem erfolgreichen Berufsabschluss beitragen. Die Agentur für Arbeit unterstützte mit diesem Bildungsangebot rund 230 Jugendliche.

Ausbildungsstellenmarkt

Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem Bewerbermarkt. Wie bereits im Oktober berichtet, standen im Berufsberatungsjahr den 4513 gemeldeten Berufsausbildungsstellen 4 215 Bewerber gegenüber. Allerdings verringerten sich auch die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich. Die zuständigen Kammern meldeten mit 4068 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Ausblick 2014

Brigitte Glos: "Wir erwarten 2014 für die Region eine Fortsetzung der relativ stabilen Arbeitsmarktlage. Die Arbeitslosigkeit wird unterhalb der Vier-Prozent-Marke bleiben. Der moderate Beschäftigungsaufbau wird sich fortsetzen. Unsere Prognose geht davon aus, dass die bundesweiten Erwartungen sich als zutreffend erweisen. Unser Schwerpunkt bleibt die Investition in die berufliche Bildung. Neben der Weiterbildung arbeitslos gewordener Menschen bleibt uns der berufliche Abschluss oder zumindest Teilabschluss für Ungelernte ein besonderes Anliegen."