Seit Jahren beschäftigt der schlechte Zustand der Bergstraße die Autenhausener Bürger. Nun baut der Landkreis Coburg die CO 20 in dem Seßlacher Stadtteil komplett aus. An der Engstelle auf Höhe der Kirche bekommt die Bergstraße einen gepflasterten Gehweg. Dadurch wird auf 160 Metern Länge nur Verkehr in einer Richtung möglich. Eine Ampel soll hier künftig den Verkehr regeln.

Bei einer Bürgerversammlung im Autenhausener Sportheim stellten Melanie Dressel (Landratsamt) und Lothar Schwemmlein (SRP Schneider und Partner Ingenieur-Consult, Kronach) die Pläne vor. Die besonders in der Engstelle stark in Mitleidenschaft gezogene Fahrbahn wird neu aufgebaut. Sie erhält neben einem neuen Frostschutz eine neue Asphalttrag- und -deckschicht. "Der gesamte Aufbau wird 60 Zentimeter betragen", informierte Dressel. Da die alte Stützmauer unterhalb des Kriegerdenkmals dringend erneuert werden muss, wird das Denkmal versetzt. Auch die Treppe zur Kirche wird nach hinten gesetzt. Die alte Linde muss weichen. An anderen Stellen werden kleine Fertigteilelemente verbaut, um den Berg zu sichern. Im unteren Bereich wird das jetzt schon vorhandene Granitpflaster wieder eingebaut.


Die Bürger stellen viele Fragen und diskutieren rege

Von den rund 70 anwesenden Bürgern kamen zahlreiche Fragen. Insbesondere die Ampellösung führte zu regen Diskussionen. Die erste Ampel soll sich in Richtung Gleismuthhausen vor der Engstelle an der Einmündung von Kirchweg und Thüringer Platz befinden. Die zweite wird oberhalb vor dem Einfahrtsbereich stehen. Die Bedarfsanforderung wird über Induktionsschleifen geregelt. Vorfahrt bekommt der bergauf Fahrende.

Ob denn der Straßenbau nicht auch ohne Ampel möglich sei, wollte Frank Leutheußer wissen, mit Blick auf die Schwierigkeiten mit der Ampel in Gemünda. "Nicht bei diesem Querschnitt", erläuterte Schwemmlein. Leutheußers Bedenken, die Anwohner würden für Probleme sorgen, teilte Dressel nicht. Begegnungsverkehr sei nicht zu vermeiden und durchaus möglich, bei Ausweichen auf den Gehweg. Die Rosengasse werde in die Ampellösung integriert und auch für den Kirchweg werde ein Signalgeber diskutiert.

Die wegen des Höhenunterschieds schwierige Einfahrt vom Thüringer Platz in die Bergstraße soll zukünftig nicht mehr möglich sein. Dressel verwies auf die Ampel in Unterelldorf, die "einwandfrei" funktioniere.

Er wisse um die Problematik der Ampel in Gemünda, schaltete sich Bürgermeister Martin Mittag (CSU) ein, um klarzustellen: "Hier in Autenhausen wird es nur eine Ampel mit Induktionsschleife geben." Mittag machte auch deutlich, dass es um die Verkehrssicherheit der nichtmotorisierten Bürger gehe. Daher werde der Gehweg errichtet. Dessen Pflaster soll weder große Unebenheiten noch Fugen aufweisen, damit er auch benutzt wird. Die Ampel solle den Begegnungsverkehr so gering wie möglich halten.

Trotz der Engstelle werden in der Bergstraße keine 30 Stundenkilometer vorgeschrieben sein, informierte die Vertreterin des Landratsamts auf Nachfrage.

Ob denn die alte Linde tatsächlich weichen müsse, wollte eine Bürgerin wissen. "Ja, die muss leider gefällt werden", bestätigte Schwemmlein. Da man entsprechend Arbeitsraum für die Errichtung der Stützmauer brauche, sei die Linde nur mit riesigem Aufwand zu halten, "und eventuell hat der Baum eh keine Überlebenschance", sagte er.


Mittag: Es geht um die nichtmotorisierten Bürger

Von der Gesamtbausumme in Höhe von 850.000 Euro entfallen 660.000 Euro auf den Landkreis. 90 Prozent davon werden durch den Freistaat gefördert, wenn eine deutliche Verbesserung der Verkehrslage erreicht wird, wie Dressel erläuterte. Und diese, so fügte Fachbereichsleiter Jürgen Alt hinzu, betreffe heute nicht mehr nur den Autofahrer: "In der Engstelle ist nicht der Autofahrer der wichtige, sondern der Fußgänger."
Die Stadt Seßlach ist an der Maßnahme durch die Errichtung des Gehwegs mit 190.000 Euro beteiligt. Der Rathauschef dankte den Bürgern, die in Vorgesprächen rasch eine einvernehmliche Lösung ermöglicht hatten. Dass es während der Baumaßnahme mitunter "zwicken" wird, dafür bat Mittag schon jetzt um Verständnis. Als Lohn werde die ausgebaute Straße "eine große Verbesserung für Autenhausen" bringen. Stimmt der Kreisbauausschuss am 27. Juli der Maßnahme zu, soll der erste Bauabschnitt von der Staatsstraße 2204 bis zum Thüringer Platz noch im September in Angriff genommen werden. Der Rest soll 2017 folgen. Die Umleitung soll über Oberelldorf, Dürrenried und Merlach erfolgen.