Es waren nur ein paar Minuten. Aber die wird Gerhard Preß sein Leben lang nicht vergessen. "Es war schon ein tolles Erlebnis", sagt der Rödentaler Bürgermeister, wenn er sich an jene Begegnung im Oktober 2007 erinnert: Auf dem Petersplatz in Rom traf er Papst Benedikt XVI. Zusammen mit der Kreistagsfraktion von CSU und Landvolk hatte Preß damals die Ehre, an einer Audienz mit dem Heiligen Vater teilzunehmen.
"Er hat eine Ausstrahlung, wenn er auf dich zukommt - da bekommt man Gänsehaut", berichtete Gerhard Preß später von dem Treffen mit dem Papst.

Geschenk für die Ewigkeit

Der Coburger Delegation gehörte damals auch Frank Altrichter aus Neustadt an. Gerne denkt er daran zurück: "Das war seinerzeit auf dem Petersplatz ein Augenblick, den man in seiner kommunalpolitischen Zeit nur einmal erlebt und der für einen christlich-sozial denkenden und handelnden Menschen prägend ist und bleibt." Er habe, erzählte Frank Altrichter dem Tageblatt, Benedikt XVI. als Papst wahrgenommen, "der von innerer Größe und großer Überzeugungskraft im Glauben war". Er habe Menschen Mut und Hoffnung gemacht, auf dem Fundament klarer Werte Verantwortung in unserer Welt zu übernehmen - "und gerade nicht jedem Zeitgeist willenlos hinterherzurennen", wie Altrichter anmerkt. Zurück bleibe "Dankbarkeit, dieses für uns Christen in Deutschland historische Pontifikat als Zeitzeuge miterlebt zu haben".

Ein besonderes Gastgeschenk hatte die Fraktion damals auch: Preß überreichte Benedikt XVI. eine von St. Gobain in Rödental hergestellte Madonna. Im Gespräch, das Preß mit dem Papst führen durfte, ging es um das besondere Material der Figur. Die Madonna wurde aus dem seltenen Werkstoff Siliziumkarbid hergestellt und ist dadurch schwarz und dennoch funkelnd, wenn sie ins rechte Licht gerückt wird. Siliziumkarbid ist zudem hitzebeständig und säurefest, wie St.-Gobain-Geschäftsführer Richard Utzschneider erklärte. Die Madonna aus Rödental sei für Benedikt somit "ein Geschenk für die Ewigkeit" - sie hält also auch über eine bestimmte Amtszeit hinaus.