Die schon sportlich unruhige englische Woche beim VfL Frohnlach fand über das Wochenende hinaus eine Fortsetzung, die im Sport zwar immer wieder vorkommt, deren Auswirkungen aber zumeist erst später bemerkbar werden.
Der Rücktritt des VfL-Trainers Dieter Kurth, der für ihn wohl schon unmittelbar nach der 1:3-Heimniederlage gegen den SV Seligenporten feststand, ist so ein Szenario. Am Montagvormittag und nachdem die Frohn lacher Vereinsführung vergeblich versucht hatte, den Thüringer vielleicht doch noch umzustimmen, war die Sache dann wirklich spruchreif. Die Entscheidung von Dieter Kurth, muss letztlich von allen Beteiligten akzeptiert werden.

Ist die Unruhe beendet?


So, wie es scheint, war die Mannschaft an dieser Entwicklung nicht ganz schuldlos. Unzufriedene Reservisten, aber auch Störfeuer von außen hatten am Ende zu viel Unruhe gebracht. Der Trainer zog die Konsequenzen und die Mannschaft wird jetzt zeigen müssen, ob sie durch diese Maßnahme wachgerüttelt wurde. Das wird auch nötig sein, denn die Ergebnisse der vergangenen Wochen und die gefährliche Tabellenposition 18 sprechen nicht unbedingt für ein vollständig ausgeschlafenes und harmonierendes Team.
Seit Donnerstag gibt es nun an der Frohnlacher Außenlinie einen neuen und hoffentlich auch starken Mann. Andreas Schöll heißt die Trainer-Neuverpflichtung und mit ihm kommt ein Coach zum VfL, von dem sich die Verantwortlichen einiges versprechen dürfen.
Schöll war zuletzt Trainer bei der SpVgg Ansbach und hat dort zu Saisonbeginn seinen Platz freiwillig geräumt. Als Spieler trug er unter anderem die Trikots des 1. FC Nürnberg (ein Bundesligaspiel), der SpVgg Vestenbergsgreuth und Wacker Burghausen. Er kickte aber auch in England und in den USA. Und es gab 1997 auch ein kurzes Gastspiel beim SC Weismain.
Seine aktive Karriere endete beim damaligen Bayernligisten SC Feucht vor gut 10 Jahren. Als Inhaber der Trainer-A-Lizenz erfüllt Schöll auch formal die Voraussetzungen für ein Engagement beim VfL Frohnlach.
Seine Trainingsarbeit wird am Montag beginnen, aber vielleicht zeigt ja, dass oft zitierte "Neue Besen kehren gut" schon heute beim Auswärtsspiel der Frohnlacher bei Kickers Würzburg (Anstoß 14 Uhr) schon erste Wirkung. Zu wünschen wäre das der Mannschaft, die in der laufenden Saison ja schon beweisen konnte, dass sie durchaus das Potenzial für die Regionalliga hat.

Kickers im Soll


Die Kickers, die sich zu Saisonbeginn gezielt mit einigen erfahrenen Spielern verstärkt hatten, liegen mit 24 Zählern auf Position sechs der aktuellen Tabelle. Zuletzt gab es ein 3:3 beim heimstarken TSV Buchbach. Insgesamt sprechen die letzten Ergebnisse der Elf von Dieter Wirsching für ein konstant gutes Niveau, denn vor dem Buchbacher Match gab es einen 2:1-Sieg bei 1860 Rosenheim, ein 2:1 daheim gegen Ingolstadt und einen 3:1-Auswärtserfolg beim FC Memmingen.
Auch in Buchbach spielte die Kickers-Mannschaft stark und war nahe an einem Sieg dran. Die Kickers haben also wichtige Punkte für den Klassenerhalt - und das war und ist das Saisonziel der Unterfranken - holen können. Für den VfL ist es an der Zeit, damit nun endlich anzufangen und so schnell wie möglich die Abstiegsplätze hinter sich zu lassen.
Alexander Weber wird die Mannschaft heute hauptverantwortlich betreuen und dabei die gute Arbeit von Dieter Kurth fortsetzen. Spektakuläre Veränderungen sind also in der Startelf nicht zu erwarten und sie sind auch nicht nötig. Trainer und Spieler gehen hoch motiviert ins Spiel, wobei die Mindesterwartung ein Remis ist. Im Grunde aber wird ein Sieg angestrebt und der sollte mit Blick auf die bisher auswärts gezeigten Leistungen durchaus möglich sein.
Sinan Bulat wird mit einer Schulterverletzung zusammen mit Sebastian Hofmann fehlen. Das restliche Team steht für ein erfolgreiches Auswärtsspiel bereit.