Als "die allzeit geschätzen Wiesenfelder Sänger" bezeichnete Heinz Stelzner vom Fränkischen Sängerbund die Tenöre Heinz Schwanert und Herbert Fertsch. Heinz Schwanert singt seit 25 Jahren, Herbert Fertsch seit 50 Jahren im Chor. Für diese Leistung wurden sie nun mit Urkunden und Edelmetall des Deutschen Chorverbands sowie des Fränkischen Sängerbunds geehrt. Rainer Güntzel (25 Jahre Sänger) wurde bereits ausgezeichnet, konnte jedoch an dem festlichen Abend nicht teilnehmen.

Es würden besondere Menschen geehrt, sagte Bürgermeister Bernd Höfer (CSU). "Ganz besondere Menschen sind für mich auch jene, die in der Stille, im Hintergrund agieren. Sie sind das Rückgrat eines Vereins", richtete Höfer seine Laudatio an Chorleiter Hans-Peter Fischer. Fischer ist seit 1950 Mitglied des Vereins, seit 1976 Kassierer, seit 1998 Chorleiter und seit eineinhalb Jahren auch noch Zweiter Vorsitzender. Höfer sagte zu Fischer: "Du hast alle Auszeichnungen erfahren. Du bist auch einer der ganz Großen im Stillen." Höfer zeichnete den Chorleiter im Namen der Gemeinde Meeder mit einer Ehrenurkunde aus und dankte mit den Worten: "Ohne diese Ehrenarbeit wäre unsere Gemeinschaft so nicht denkbar."


Luther schrieb Lieder

Stelzner erinnerte an das Reformationsjubiläum "500 Jahre Luther" und erklärte, was das mit dem Chorgesang zu tun habe. Luther habe vor 500 Jahren die Welt umgekrempelt und eine Fülle von Liedern gedichtet, mit Melodien versehen und sogar das erste deutsche Chorbuch geschaffen. Stelzner: "Auf diesen Spuren wandeln Sie, die Jubilare, auch wenn die Lieder jetzt ein wenig anders klingen." Luther habe von der Macht der Musik und ihrer Wirkung auf den Menschen geschwärmt: Sie sei die beste Gottesgabe.

Geehrt wurde auch Heinz Schwanert. "Er wirkt als zuverlässiger Sänger seit 1986 aktiv beim ,Wiesenfelder Sängerkranz‘ mit und ist als 2. Tenor unverzichtbar", betonte Stelzner. Er gehöre jedes Jahr zum eifrigsten Besucher der Singstunden. Nur so könne dieses wunderbare Hobby bestehen.

Zu Herbert Fertsch, seit 50 Jahren Sänger, sagte Stelzner scherzhaft: "In diesen 50 Jahren hast du etliche Ehrungen erfahren. Da frag ich mich, hast du nun mehr Ehrungen oder mehr Singstunden?"

Neben den lobenden Worten erhielt Fertsch wertvolles Gold für seine goldene Stimme sowie den Ehrenausweis. Feierlich schloss Stelzner den Festakt mit den Worten: "Ich wünsche viel Freude am Chorgesang, um im Kreis der Wiesenfelder Sangesfreunde eine fruchtbringende, klingende Heimat zu bieten und zu behalten, mit dem schönen Ziel: Ihr sollt die Menschen gelindern, sanftmütiger und vernünftiger machen. Das brauchen wir heutzutage."

Aber es war nicht alles eitel Sonnenschein bei der Feier. Denn die rund zehn aktiven Sänger wünschen sich Verstärkung, doch bisher vergebens. "Wo sind die Kulturträger unserer Gemeinde?", fragte sich da Sängerfreund Dieter Stahlberger.