193 Azubis traten erfolgreich zur Prüfung an.
Dort wo sich einst Queen Victoria von England und Kaiser Franz Joseph von Österreich die Hand gaben, verabschiedete Oberstudiendirektorin Martina Borcherding, Schulleiterin der Staatlichen Berufsschule II Coburg und der Staatlichen Wirtschaftsschule Coburg, die Absolventen. Mit dem Berufsabschluss hätten sie ihren ganz persönlichen Bildungsgipfel erklommen.


Wie eine Bergtour

Viele steile Ausbildungs- und Wissensberge hätten sie ersteigen müssen. Manchmal sei es steil bergauf gegangen und manchmal sei vielleicht auch ein Absturz passiert. "So eine Ausbildungs-Bergtour ist eben kein Spaziergang", sagte Borcherding. Sie freue sich für die Absolventen, dass diese die Strapazen, die Frustrationen und Enttäuschungen ausgehalten und bis zum Abschluss durchgehalten hätten. Das sei inzwischen gar nicht mehr so selbstverständlich, wenn man sich allein an der Berufsschule die Abbrecherquote von 15 Prozent im jetzigen Schuljahr vor Augen halte, sagte Martina Borcherding. "Umso mehr können Sie stolz auf Ihre Leistung sein und nun, um in der Metapher einer Bergtour zu bleiben, die schöne Aussicht genießen."

"Ich denke, alle von Ihnen haben bereits Pläne gefasst, wie es nun weitergeht", sagte Borcherding an die Absolventen gewandt. "Einige von Ihnen verlassen die heimischen Städte, um in anderen Unternehmen ihre berufliche Karriere fortzusetzen, ein Studium aufzunehmen oder auf eine weiterführende Schule zu gehen. Die anderen verstärken weiterhin das gewohnte Team in ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb und bilden sich auf andere Art und Weise fort." Wichtig sei bei allen künftigen Wegen, dass sie das Ziel immer klar vor Augen haben.
Die Chancen stünden gut, dass alle ihren Platz in der Gesellschaft finden. Denn anders als früher fehlten aufgrund der demografischen Entwicklung heute schon überall in der Arbeitswelt, aber auch in der Politik, in Vereinen und Verbänden die Nachfolger.

Diese Bedeutung, diese Chance sei aber auch ein Auftrag an die junge Generation.
"Non scollae, sed vitae discimus" - nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir", sagte Schülersprecher Maximilian Forkel. Viele seien sicherlich froh gewesen, als nach dem ersten Schulabschluss an Mittelschule, Realschule oder Gymnasium das Lernen erst einmal vorbei sein sollte. Doch mit dem Beginn der Ausbildung sollte sich das wieder ändern. Der Start in das Berufsleben benötigte das Lernen und Erlernen fachspezifischer Themen. Forkel: "Das Zitat sollte als eine Aufforderung an uns gesehen werden, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Mit der Verleihung des Berufsschulzeugnisses haben wir einen weiteren Schritt in unserer eigenen Karriere getan."