Gutes bewirken, auch nach dem eigenen Tod - das dachte sich wohl ein mittlerweile verstorbenes Mitglied des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und bedachte den Coburger Regionalverband in seinem Testament. Mit dem Geld aus der Erbschaft wurde nun eine Stiftung ins Leben gerufen, wodurch die Arbeit vor Ort nachhaltig gestärkt werden soll.
Finanziell gefördert werden sollten die Kinder- und Jugendarbeit, die Altenhilfe, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, die Behindertenhilfe und ebenso die Breitenausbildung, sagte Hans-Joachim Lieb, Vorsitzender des ASB Coburg. Schließlich sei der ASB Coburg - der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert - breit aufgestellt und biete eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich zu engagieren.
Die "Stiftung ASB Coburg" steht unter dem Dach der ASB-Bundesstiftung und ist damit nicht selbstständig - der Vorteil: Die Verwaltungskosten können gespart werden. Außerdem sei die Gründung einer selbstständigen Stiftung mit hohem juristischen und bürokratischen Aufwand verbunden. Für die zwei Jahre alte Bundesstiftung ist Coburg ein Pilot-Projekt.
Bei der Gründungsversammlung in Coburg hieß die stellvertretende Bundesvorsitzende des ASB, Helga Wurbs, die Stiftung unter ihrem Dach willkommen: "Ich freue mich riesig, dass die Coburger die ersten sind, die so etwas wagen und versuchen." Immer mehr Menschen machten sich Gedanken, was sie Sinnvolles mit ihrem Geld tun könnten. Daher würden sich rasch Nachahmer in Form weiterer regionaler Stiftungen finden.
Die dringende Notwendigkeit der finanziellen Stärkung von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden betonte Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD). Der Gedanke der Barmherzigkeit werde nach wie vor von den Samaritern getragen, jedoch müssten die Leistungen auch finanziert werden. Die Kostenübernahme sei zunehmend ein Problem, da die Mitgliedsbeiträge allein längst nicht ausreichten. Neue Wege müssten gefunden werden, und die Gründung einer Stiftung sei ein vorbildliches Beispiel.
Ausdrücklich wies der ASB darauf hin, dass er Menschen, die spenden oder stiften wollen, dabei unterstützen möchte. Die Gründung weiterer Stiftungen sei ebenso denkbar wie die Kapitalaufstockung des Stiftungsvermögens. Die Mittel werden stets im Sinne der Stifter eingesetzt und sollen Projekte in der Region nachhaltig fördern.