Wenn alles gut läuft, wird die Straßenbauverwaltung der Autobahndirektion Nordbayern noch im kommenden Jahr die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Autobahnraststätte auf Gebiet der Gemeinde Meeder einreichen. So weit, einen Termin für den Beginn der Bauarbeiten in den Raum zu stellen, ist das zuständige Bundesverkehrsministerium allerdings (noch) nicht. "Ein genauer Termin für den Baubeginn kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden", teilt das Pressereferat des Bundesverkehrsministerium auf Tageblatt-Nachfrage mit.


Zeit wird's - denkt sich da nicht nur der Meederer Bürgermeister, Bernd Höfer (CSU). Er jedenfalls würde sich freuen, wenn der Termin für den Spatenstich bekanntgegeben würde, lässt Höfer wissen. Großen Widerstand der Gemeinde im Planfeststellungsverfahren dürfte es nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht geben: "Ich gehe persönlich von einer hohen Zustimmung der Mandatsträger in Meeder für dieses Projekt aus."

Allerdings gebe es in gewissen Punkten durchaus noch Diskussionsbedarf, ergänzt Höfer und verweist zum Beispiel auf den anstehenden Neubau der Kösfelder Kläranlage. Da erhofft sich die Gemeinde eine kräftige finanzielle Beteiligung des Bundes, weil ja die Abwässer der Raststätte sowie der Toilettenanlagen über Kösfeld entsorgt werden müssen.


Zu Fuß nach Drossenhausen

Die wichtigen Pflöcke für den Bau der Raststätte (in Fahrtrichtung Suhl) sowie der Parkplatz-/WC-Anlage (in Fahrtrichtung Coburg) hat das Bundesverkehrsministerium bereits vor zwei Jahren eingeschlagen. Damals wurde bei einem Wettbewerb der gemeinsame Entwurf der Brugger-Landschaftsarchitekten sowie des Ingenieurbüros Mayr (beide Aichach) zum Sieger erkoren - und nach diesem werden sich dann auch die Bauarbeiten orientieren. Interessant: Ausdrücklich als "wichtigen Baustein" haben die Brugger-Landschaftsarchitekten eine fußläufige Anbindung nach Drossenhausen vorgesehen. Sie soll eine Nutzung der Aufenthalts- und Bewegungsbereiche durch die heimische Bevölkerung ermöglichen...


Bernd Höfer, der zum Zeitpunkt des Wettbewerbes noch nicht im Amt war, ist grundsätzlich ganz zufrieden mit dem, was 2014 von der Jury als beste Vorlage eingestuft wurde. Der interdisziplinäre Wettbewerb von Straßen- und Landschaftsplanern habe zu einem "weitestgehend ausgewogenen Planungs- und Umsetzungskonzept" geführt, das allen Belangen Rechnung tragen könne. Wobei - beim Begriff "allen", da relativiert Bernd Höfer seine Einschätzung dann doch ein bisschen: "Ich bin mir aber durchaus auch bewusst, dass das Projekt nicht auf jedermanns Zustimmung stoßen wird."


Zehn Millionen, ohne Gebäude

Zu finanziellen Aspekten ist so viel klar: Das Verkehrsministerium hat nach eigenen Angaben zehn Millionen Euro für die Gestaltung der Verkehrs- und Freiflächen vorgesehen. "Die Kosten für die Betriebsgebäude wie Rasthaus und Tankstelle sind in diesen Kosten nicht enthalten", schreibt die Pressestelle des Berliner Bundesverkehrsministeriums. Mindestens zwei Jahre, schätzt man zudem in der Hauptstadt, dürfte es vom Spatenstich bis zur Inbetriebnahme der Rastanlage dauern.


Große Hoffnungen verbindet Bernd Höfer mit dem seit den ersten Planungen im Raum stehenden "regionalen Konzept" für die Rastanlage. "Wenn man in Deutschland unterwegs ist, kann man gerade eine Zunahme und eine Sortimentserweiterung der Betreiber auf lokale Produkte zunehmend beobachten", berichtet Höfer und wünscht sich, dass in der Raststätte Produkte aus dem Coburger Land vermarktet werden können.


Im Bundesverkehrsministerium steht man dieser Idee zwar ausdrücklich aufgeschlossen gegenüber, Vorschriften zum Sortiment könne man aber von Berlin aus nicht machen, erklärt die Pressestelle: "Die Wahl der Lieferanten für die Bewirtschaftung soll dem künftigen Konzessionär der Raststätte überlassen bleiben." Gleichwohl teilt aber auch das Bundesverkehrsministerium die Einschätzung von Bürgermeister Bernd Höfer, dass die Pächter und Konzessionsinhaber von Autobahnraststätten ohnehin immer mehr regionale Produkte in ihre Sortimente aufnehmen.



Was bei Drossenhausen alles gebaut wird



Fahrtrichtung Suhl
Bewirtschaftete Rastanlage mit Rathaus und Tankstelle. - Stellflächen: 48 für Lastwagen, 8 für Busse, 80 für Personenwagen sowie ein 200 Meter langer Längsparkstreifen für Großraum- und Schwertransporter.
Fahrtrichtung Coburg Unbewirtschaftete Rastanlage nur mit WC-Gebäude. - Stellflächen: 16 für Lastwagen, 4 für Busse, 36 für Personenwagen sowie ein 100 Meter langer Streifen für Großraum- und Schwerlasttransporte.