So betrachteten Jürgen Apfel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Coburg, Festrednerin Barbara Resch (Tarifkoordinatorin IG Metall), Norbert Jungkunz (katholische Betriebsseelsorge) und Stadträtin Gabriele Morper-Marr, SPD (als Vertreterin der Stadt Coburg), nicht nur die Wichtigkeit der Gewerkschaften, wenn es darum geht, die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahrzunehmen, sondern hoben vor allem auch die gesellschaftlichen Aspekte gewerkschaftlicher Arbeit hervor. Apfel erinnerte daran, dass sich vor 125 Jahren selbstbewusste Arbeitnehmer in der Frankfurter Paulskirche zum Deutschen Metallarbeiter Verband, dem Vorläufer der IG Metall, zusammenschlossen. Jürgen Apfel stellte heraus, welche historischen Erfolge errungen worden seien. "Wir haben aber auch aus Niederlagen gelernt", sagte Apfel. Mit deutlichen Worten unterstrich er, dass ohne die Arbeitnehmer, die sich auch heute noch Tag für Tag für die Grundprinzipien der IG Metall, Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Respekt, einsetzten, eine lebendige Demokratie und sozialer Fortschritt nicht denkbar wären. Jürgen Apfel: "Wir wollen auch in Zukunft unseren Beitrag für eine Gesellschaft leisten, in der gute Arbeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe gesichert sind, in der Solidarität und Menschlichkeit Werte sind, die das Zusammenleben prägen." Unter Beifall der zahlreichen Gäste rief Jürgen Apfel: "Wir werden immer gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eintreten."

Vehement sprach sich Norbert Jungkunz gegen die "Globalisierung der Gleichgültigkeit" aus und betonte: "Jeder steht für sich und andere in der Verantwortung." Den Jubilaren attestierte er, dass sie nicht gleichgültig gewesen seien, als sie sich der Arbeitnehmerbewegung anschlossen. Für Gabriele Morper-Marr wird das Thema "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" noch lange auf der Tagesordnung der Gewerkschaften stehen. Auf eine Zeitreise nahm Barbara Resch die Gäste mit und hielt dabei immer in den Jahren des jeweiligen Eintritts in die Gewerkschaft an und beleuchtete dabei geschichtliche Höhepunkte. Fest stellte sie dabei: "Jedes Jahr hatte seinen eigenen Herausforderungen." Auch heute müssen sich die Gewerkschaften aktuellen Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Integration von Flüchtlingen und der Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Betrieb stellen. Gerade zum letzten Punkt werden nach ihren Worten die Forderungen der Arbeitgeber immer krasser. Die uneingeschränkte Zustimmung des Auditoriums ernte Barbara Resch, als sie betonte: "Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein."

Ehrungen
Die IG Metall kann auf gut 2,3 Millionen Mitglieder zählen. 416 von ihnen standen im Fokus des Ehrungsabends der IG Metall Coburg. Zusammen haben sie 16 155 Gewerkschaftsjahre. Eines dieser Mitglieder ist Ferdinand Bodzech aus Kronach, der als 18-Jähriger im Jahr 1936 in die Gewerkschaft eintrat und noch heute, 80 Jahre später, fest zu seiner Entscheidung von damals steht. Auch wenn es die Geschichte nicht immer leicht gemacht habe, Gewerkschaftsmitglied zu sein, wie er sagte. Jürgen Apfel hob hervor, dass die IG Metall Coburg noch nie ein Mitglied für eine so lange Zugehörigkeit habe auszeichnen dürfen. Mit stehendem Applaus zollten die Gäste der Veranstaltung dem 98-jährigen Jubilar ihren Respekt.

Seit 70 Jahren zählen sich zur Arbeitnehmerbewegung: Horst Albrecht (Ebersdorf), Heinz Eichhorn (Weitramsdorf); Ilse Feldmann (Bad Rodach), Hermann Gerlicher (Großheirath), Alfred Kreul (Stockheim), Otto Langguth (Nauheim), Philipp Reißenweber (Stockheim), Ewald Schülein (Teuschnitz), Lothar Welsch (Neustadt), Edeltraut Wolf (Neustadt)

Für 65 Jahre IG Metall wurden geehrt: Erna Bogdan (Bad Rodach), Johanna Böhm ( Neustadt), Hans Doppel (Stockheim), Helmut Eichhorn (Ludwigsstadt), Johannes Fiolka (Rödental), Wolfgang Fleischmann(Grub), Horst Gerlach (Steinbach), Hermann Gössinger (Ludwigsstadt), Eugen Grünbeck (Steinbach), Jutta Gundel (Bayreuth), Hannelore Hellmuth (Neustadt), Axel Hoffmann (Kronach), Helmut Jentsch (Coburg), Werner Knorr (Coburg), Kurt Kriwanek (Coburg), Arno Leistner (Neustadt), Kurt Leistner (Ludwigsstadt), Werner Löffler (Coburg), Rudolf Mania (Großheirath), Rudolf Möller (Neustadt), Edgar Neubauer (Coburg), Hans-Joachim Nützel (Weitramsdorf), Günther Pausch (Mitwitz), Alfred Pfaff (Lichtenfels), Werner Redmann (Ludwigsstadt), Gerhard Rohm (Lautertal ), Werner Rosenbusch (Lichtenfels ), Herbert Schlaf (Redwitz), Ludwig Schmidt (Großheirath), Rosemarie Stenzel (Sonnefeld), Gerhard Völk (Weißenbrunn), Herbert Welsch (Coburg), Willi Wich-Knoten (Kronach), Ludwig Wunder (Nordhalben), Albert Zeitler (Küps) und Willy Zier (Neustadt).

Auf sechs Jahrzehnte Mitgliedschaft können zurückblicken: Günter Baum (Stockheim), Hans Bergmann (Lichtenfels), Gerhard Blümlein (Untersiemau), Herbert Bohl (Neustadt), Horst Brummer (Ludwigsstadt), Valentin Brunnquell (Coburg), Jürgen Buchwald (Coburg), Lothar Eckert (Küps), Lienhardt Fleischer (Nordhalben), Rudi Hainke (Küps), Franz Höfler (Ebersdorf ), Gerhard Hofmann (Coburg ),Gerhard Höhn (Meeder),Werner Holland (Neustadt), Helmut Hut (Coburg), Werner Krausa (Neustadt), Johann Kübrich (Nordhalben), Berthold Lang (Altenkunstadt), Emmy Lochmann (Michelau), Günter Meyer (Meeder), Brigitte Müller (Ludwigsstadt), Ingrid Petersam (Kronach), Gregor Porzelt (Nordhalben), Andreas Raab (Weismain), Adolf Rupprecht (Coburg), Siegfried Sauerbrey (Coburg), Arno Schneider(Neustadt), Frieda Steiner( Lichtenfels), Thomas Stumpf (Nordhalben), Josef Tschunitsch (Lichtenfels), Reinhold Weber (Wilhelmsthal) und Herbert Weberpals (Michelau).

Für 50, 40 und 25-jährige Mitgliedschaft standen insgesamt 336 Mitglieder auf der Ehrungsliste von Jürgen Apfel.