Gezählt wird nicht. Oliver Völker, stellvertretender Geschäftsführer des Stadtjugendrings Coburg, kann die Teilnehmerzahl beim YouCo-Festival nur schätzen: Um die 13 000 Gäste dürften alleine am Sonntag auf den Sportplatz des TV 1848 und die Wiese vor der CoJe gekommen sein.

Als Schätzgrundlage dient übrigens die Zahl der Preise, die beim Tageblatt-Glücksrad ausgegeben wurden. Außerdem hat Völker "eine ganze Kiste" voller Teilnahmezettel der Kinderolympiade. Und das dürften auch so etwa 3500 Stück sein, sagt er. Weitere Zahlen: Rund 350 bis 400 Helfer waren allein am Sonntag bei 50 Spielstationen. Das Festival kann sich also allein schon von der Masse her sehen lassen.

Es hat offenbar auch Klasse. Denn die Gäste kommen nicht nur aus Coburg und dem Umland, sondern weit darüber hinaus, sagt Völker. Das beweisen zum einen die Adressen auf den Teilnehmerzetteln der Kinderolympiade, das sieht Völker, wenn er am Sonntag eine Runde auf dem Badparkplatz dreht. BT- und BA-Kennzeichen gesellen sich zu CO, KC, SON und NEC. "Am Freitag kamen sogar Helfer und Teilnehmer aus München, weil das Turnier über den bayerischen Basketballverband lief", berichtet Völker hörbar stolz. "Ein vergleichbares Festival gibt es meines Wissens in ganz Oberfranken nicht."

Am Samstag nutzten rund 330 Besucher den Wassertag im Aquaria. "Endlich wieder mal!", seufzte eine Mitarbeiterin. Denn wegen der Hallenschließung und der kühlen Witterung in den Tagen davor hatte das Bad weniger Besucher verzeichnen müssen.


Verlässliche Partner

Die Basketballer hatten so viel Spaß an ihrem Turnier, dass sie es nächstes Jahr "noch größer machen wollen", wie Völker sagt. Auch der Schachverband sei begeistert von der Resonanz, die er bei YouCo findet, und möchte mehr. "So wächst das von Jahr zu Jahr", sagt Völker. Froh ist er, dass er nach acht Auflagen von YouCo auf erfahrene und verlässliche Partner bauen kann. Das sind zuerst die Sponsoren, die VR Bank Coburg und das Coburger Tageblatt. "Ohne die könnten wir das nicht stemmen." Denn das Besondere an YouCo ist, dass der Kindernachmittag komplett kostenlos ist, von Essen und Getränken abgesehen. Picknick mitzubringen ist selbstverständlich erlaubt.

Zu den erfahrenen Partnern gehören auch Firmen wie die SÜC, die zuverlässig und nach Plan die Strom- und Wasserleitungen verlegt, die beim Kindertag auf dem Festgelände gebraucht werden. Oder der CEB, der zuverlässig Müllkübel liefert und abholt. Oder der Getränkehändler ...

Und natürlich die Verbände selbst, die jedes Jahr mit Ideen kommen, was man noch oder neu anbieten könnte. Oder ehrenamtliche Mitarbeiter wie Sandra Rudolf vom Tageblatt, die immer wieder neue Spielgeräte auftut, wie in diesem Jahr die aufblasbare Monster-Hai-Rutsche. Da haben Völker und einige andere erwachsene Helfer es schon sehr bedauert, dass für diese Spielgeräte Gewichtsbeschränkungen gelten. "Wenn man den ganzen Tag zusieht, wie die Kinder da ihren Spaß haben, juckt einen das schon, das auszuprobieren."

Und weil die Kinder jedes Jahr wieder aufs Neue begeistert sind (und gar nicht verstehen, warum es YouCo nicht jede Woche gibt), sieht Völker auch keinen Grund, mit dem Festival aufzuhören. Im Herbst werde die Planung fürs nächste beginnen, sagt er. Die Anstrengungen des vergangenen Wochenendes sind da längst schon vergessen. "Ich habe einen Schrittzähler am Handgelenk. Am Sonntag bin ich 23 Kilometer nur bei YouCo gelaufen." Stolze Leistung, aber Völker wehrt ab. "Voriges Jahr waren es noch 25 Kilometer. Offenbar sind manche Wege nicht mehr notwendig, weil alles so gut eingespielt ist."

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