"Hüben bin ich nauf und drüben wieder runter!", eigentlich eine ganz einfache Lebensweisheit, die zeigt, dass es keines geheimen Rezeptes bedarf, um 101 Jahre alt zu werden. Ein schlichtes und stetiges Vorwärtsgehen, begleitet von einer lieben Frau, dem Sohn und den Enkeln, scheint Lebenskraft genug zu spenden über die vielen Jahrzehnte.


Bequem im Lehnstuhl

Am Samstag feierte Emil Löhner aus Coburg dieses Jubiläum. Im Kreise seiner Familie empfing der geistig absolut gegenwärtige Mann Freunde und Bekannte. Auch Oberbürgermeister Norbert Kastner, ließ es sich nicht nehmen, den Jubilar persönlich zu gratulieren. Emil Löhner machte es sich auf seinem Lehnstuhl bequem und erzählte aus seinem 101 Jahre währenden Leben.

Der Coburger hat das Coburger Land nie verlassen. Im Dienst der Sparkasse war er von 1931 bis zu seinem Ruhestand 1975 gewesen. Zuletzt leitete er die Geschäftsstelle in Lautertal. Eine seiner Leidenschaften galt der Stenografie, immerhin 86 Jahre gehört er dem Stenographenverein bereits an, seit 1974 ist er dort Ehrenmitglied und kam bis vor ein paar Jahren noch zum Stenographiestammtisch ins Bratwurstglöckle gelaufen.
Eine andere Leidenschaft galt der Gärtnerei. Im Hahnweg besaß die Familie einen riesigen Garten mit Obstbäumen und Beerensträuchern. "Da war immer etwas zu tun", erzählt der Jubilar, "dort einmal ringsherum alle Wildbüsche herauszuschneiden und das viele Obst zu ernten, war schon viel Arbeit".

"Mit dem Laufen geht's heute nicht mehr so, und ich möcht´ so gern ein bissle laufen", sagt Emil Löhner etwas wehmütig. Aber früher, da war er ständig unterwegs. Die Bergwelt hatte es ihm angetan: "Früh um 3 Uhr bin ich hoch auf die Zugspitze und auf der anderen Seite wieder runter", sagt er stolz. Immer die steilen Wege hat er genommen in der bayerischen und österreichischen Bergwelt, aber auch zur Veste hoch ist er nie die einfachen Strecken gelaufen.


Leben mit dem Pflegedienst

Zu seiner Frau Anneliese, mit der er mittlerweile bereits 71 Jahre verheiratet ist, meint er liebevoll: "Und du warst meistens dabei!". "Ich war immer dabei!", entgegnet sie stolz. Und meint wohl damit auch die vielen Jahre, die die beiden gemeinsam durchs Leben gegangen sind. Die Eheleute leben trotz ihres betagten Alters, unterstützt vom Pflegedienst und der Familie, noch alleine. Sohn Bernd Löhner kommt jeden Tag ein-, zweimal vorbei und schaut nach dem Rechten. Auch die vier Enkel und zwei Urenkel besuchen den Jubilar und seine Frau nicht nur am Ehrentag.

An den Wänden hängen die Bilder der Lieben, ein Klavier, auf dem Emil Löhner und seine Frau früher gerne gespielt haben, steht an der Wand, die Gäste sitzen in lustiger Runde, der Jubilar plaudert freundschaftlich mit dem Oberbürgermeister,und zählt ihm die Namen der Berge auf, die er in seinem Leben bestiegen hat. Anneliese stößt mit einem Gläschen Sekt mit ihrem Mann auf seinen Geburtstag an. "Hüben bin ich nauf und drüben wieder runter!" eine ganz einfache Glücksformel für ein langes erfülltes Leben.