Der bisherige Coach des 1. FC Nürnberg werde bei den Niedersachsen einen Vertrag bis 2016 unterschreiben. Die offizielle Vorstellung soll in einigen Tagen erfolgen.

Der 48-Jährige, der seit 2009 den 1. FC Nürnberg trainiert, hatte seinen Vertrag bei den Franken erst vor Saisonbeginn bis 2014 verlängert. "Ich hatte mit Klaus Allofs gute Gespräche. Er hat mir erklärt, warum er mich unbedingt haben will und mir die Perspektiven aufgezeigt. Natürlich spielen auch wirtschaftliche und familiäre Dinge eine Rolle", sagte Hecking der "Bild am Sonntag". Heckings Familie wohnt in Bad Nenndorf, rund 110 Kilometer von Wolfsburg entfernt.

Bis zuletzt hatte Bernd Schuster als Favorit auf den Trainerposten b3im VfL Wolfsburg gegolten. Allofs hatte den früheren Meistertrainer von Real Madrid noch am Donnerstag öffentlich als Kandidaten bestätigt, dabei aber auch von "anderen Anwärtern" auf die in Wolfsburg gesuchte Trainer-Dauerlösung berichtet.
Hecking tritt beim VfL die Nachfolge von Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner an, der zur zweiten Mannschaft der Wolfsburger zurückkehrt.

Dieter Heckings Wechsel zum VfL Wolfsburg erfolgt auf den Tag genau drei Jahre nach seinem Amtsantritt beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Am 22. Dezember 2009 war der Coach zum Nachfolger von Michael Oenning benannt worden. Schnell wurde Hecking in seiner neuen Heimat heimisch: "Es passt hier für mich. Ich bin ein richtiger Frankenversteher geworden", sagte der in Niedersachsen lebende Fußball-Lehrer.

Auch sportlich lief es für Hecking gut beim neunmaligen deutschen Meister. Erst rettete der neue Coach den Traditionsclub in den Relegationsspielen gegen den damaligen Zweitligisten FC Augsburg vor dem erneuten Sturz in die Zweitklassigkeit. In der Folgesaison führte er das Team dann sogar auf den sechsten Platz, nur knapp wurde der Sprung auf die europäische Fußball-Bühne verpasst.

In dieser Saison lief es bislang weniger rund. Lange steckten die Franken im Tabellenkeller fest, nach zuletzt 10 Punkten aus den letzten vier Heimspielen kann Nürnberg aber auf Platz 14 überwintern - mit bereits acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Für Hecking ist es bereits das zweite Mal, dass er aus einem laufenden Vertrag zu einem anderen Club wechselt. Im September 2006 verließ er nach drei Bundesliga-Spieltagen den Aufsteiger Alemannia Aachen, den er zuvor in die höchste Liga geführt hatte, und nahm ein Angebot von Hannover 96 an. Hannovers Clubchef Martin Kind wollte den früheren 96-Spieler damals unbedingt haben und kaufte ihn aus dem Vertrag heraus.

Nürnbergs Sportvorstand Martin Bader war von Allofs und Hecking über die Verhandlungen informiert worden. Doch alle Versuche, den Trainer zu halten, schlugen fehl. „Es ist mein großer Wunsch, dass ich Dieter Hecking überzeugen kann, weiter in Nürnberg zu bleiben“, hatte Bader erklärt. „Natürlich spielen auch wirtschaftliche und familiäre Dinge eine Rolle“, erklärte Hecking zu seinem Wechsel. Bis zuletzt hatte der frühere Nationalspieler Bernd Schuster als Favorit auf die Nachfolge von Köstner beim VfL Wolfsburg gegolten. Allofs hatte den früheren Meistertrainer von Real Madrid noch am Donnerstag öffentlich als Kandidaten bestätigt, dabei aber auch von „anderen Anwärtern“ auf die in Wolfsburg gesuchte Trainer-Dauerlösung berichtet. „Wir haben das Thema Schuster nie befeuert“, teilte ein VfL-Sprecher mit.

Die Verhandlungen mit dem Wahl-Spanier Schuster, der am Samstag seinen 53. Geburtstag feierte, waren nach Informationen der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) angeblich wegen neuer Bedingungen ins Stocken geraten. Zuvor hatten sich große Teile der Wolfsburger Fans gegen eine Verpflichtung von Schuster ausgesprochen, der bisher noch nicht in der Bundesliga trainiert hat.