Nach einem starken Vorjahr ist der Umsatz der Baywa 2013 in allen drei fränkischen Regierungsbezirken zurückgegangen. Er lag in Oberfranken bei 319 Millionen Euro (2012: 335 Millionen), in Mittelfranken bei 347 Millionen Euro (2012: 355 Millionen) und in Unterfranken bei 570 Millionen Euro (2012: 617 Millionen). "Angesichts schwieriger Rahmenbedingungen ist der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr noch sehr moderat ausgefallen", sagte Karl Bittermann, Leiter des regionalen Verwaltungszentrums Franken, bei einem Pressegespräch.

Das weltweit niedrige Preisniveau bei Getreide und Heizöl habe die Umsätze in den Sparten Agrar und Energie gedrückt. Die Geschäftsaktivitäten der Baywa in Franken sind unterteilt in die Sparten Agrar, Technik, Energie und Baustoffe. Lediglich die Sparte Technik konnte 2013 ihre Umsätze leicht steigern.

Seine Sparte habe im vergangenen Jahr von der anhaltend guten Stimmung in der Landwirtschaft profitiert, sagte Frankens Technik-Chef Günter Schuster. Auch derzeit sei die Bereitschaft der Landwirte hoch, in neue Traktoren, Erntemaschinen oder Stallbauten zu investieren. Das gehe bis hin zu modernster Technik, zum Beispiel die automatische Spurführung bei Fahrzeugen oder die vollautomatische Regelung der bedarfsgerechten Düngemenge samt Messung des Stickstoffbedarfs.

Neues Gebrauchtmaschinenzentrum im Bau

Schuster wies auf die überregional bedeutenden Investitionen der Baywa in Bamberg und Röthlein (Landkreis Schweinfurt) hin. Im Bamberger Hafen entsteht bis zum Herbst für 4,6 Millionen Euro ein neues Gebrauchtmaschinenzentrum, in Röthlein ein Ersatzteilzentrallager.

Angesichts einer weltweiten Rekordernte habe es 2013 sinkende Preise für Getreide gegeben, berichtete Peter May, Agrar-Spartengeschäftsführer für Ober- und Mittelfranken. Erfolgreich haben sich laut May die Geschäfte mit dem von der Baywa angebotenen Saatgut für die Nachsaat auf Wiesen entwickelt. "Grünland wird vor allem in Oberfranken verstärkt als alternatives Substrat für Biogasanlagen genutzt", sagte May. In Unterfranken wiederum ist die alte Getreidesorte Dinkel auf dem Vormarsch. Die Baywa spricht hier von einem Wachstumsmarkt für die unterfränkischen Landwirte. Der Preisrückgang beim Getreide ist vorerst gestoppt. "Wir haben wieder eine stabile Entwicklung", berichtete May. Dazu trage auch die Unsicherheit im Getreideland Ukraine bei.

Gutes Baustoffgeschäft in diesem Jahr

Höherer Absatz bei Heizöl und Diesel, aber niedrigere Umsätze infolge eines weltweit gesunkenen Preisniveaus - das ist die Bilanz der Sparte Energie. Stark gestiegen ist in Franken erneut der Absatz von Holzpellets. Infolge eines Anteils von nicht einmal fünf Prozent bei den Energieprodukten der Baywa kann dieses Geschäft aber nach wie vor kaum den Umsatz der Sparte beeinflussen. Aktuell geht Spartengeschäftsführer Wolfgang Stolz für 2014 von einem weiter sinkenden Umsatz aus. Die Preise für Kraftstoffe seien weiter niedrig. Hinzu komme eine Kaufzurückhaltung infolge des milden Winters.

Was für den einen negativ ist, ist für den anderen positiv. Der milde Winter wirkt sich positiv auf die Sparte Baustoffe aus. "Ich bin jetzt 30 Jahre im Geschäft. Aber so einen Start habe ich noch nie erlebt", sagte Baustoffe-Chef Jochen Schneider. 2014 werde ein sehr gutes Baujahr. Vor einem Jahr war es genau andersherum. Ein langer Winter hatte den Saisonstart vermiest.

Für die Baywa arbeiten in Franken rund 2250 Menschen, die meisten davon in der Sparte Baustoffe.