Ihr Weg ist lang und gefährlich: Zwei Mal im Jahr legen viele Vögel tausende Kilometer zurück - oft sogar ohne Pause. Aber warum nehmen nicht alle diese beschwerliche Reise auf sich?

Das liegt daran, dass nicht alle Vogelarten das gleiche Futter essen. Solche Vögel, die sich vor allem von Insekten ernähren, finden im Winter nicht genug Nahrung. Sie ziehen also nicht wegen der Kälte in den Süden, sondern, weil sie in dieser Zeit sonst hungern müssten. Diese Arten nennt man Zugvögel.

Vögel, die sich hauptsächlich von Körnern, Mäusen oder kleinen Fischen ernähren, finden diese auch im Winter bei uns. Sie müssen ihre Heimat in dieser Zeit also nicht verlassen. Sie nennt man, im Gegensatz zu den Zugvögeln, Standvögel.

Im Süden gibt es natürlich auch Vögel. Sie müssen sich ihre Nahrung, dann mit den Zugvögeln teilen. Damit das Futter im Süden für alle reicht, ziehen nur die Arten dorthin, die im Winter bei uns kein Essen finden.

Außerdem haben die Vögel, die hier bleiben, bessere Chancen ein gutes Brutrevier fürs Frühjahr zu finden. Sie sind nämlich schon da, während die anderen Vögel erst aus dem Winterurlaub zurückkehren und können ihre Reviere verteidigen.

Bei uns verbringen übrigens auch manche Vögel den Winter. Sie kommen aus Nordeuropa oder Russland zu uns. Denn dort ist es in dieser Zeit noch schwieriger, Essen zu finden.

Innere Kompass gibt Richtung vor

Aber woher wissen die Zugvögel überhaupt, dass es Zeit wird, die Reise anzutreten?

Wie andere Tiere auch, handeln sie instinktiv. Das heißt, dass sie eine Art angeborene, innere Uhr haben. Sie sagt ihnen, wann der richtige Zeitpunkt für die Reise gekommen ist. Die Vögel werden auch durch äußere Einflüsse auf den nahenden Winter aufmerksam: Wenn die Tage kürzer werden, wissen sie, dass sie sich in Richtung Süden aufmachen müssen.

Wie die Vögel ihren Weg finden, ist noch nicht ganz sicher. Ornithologen, so nennt man Vogelforscher, nehmen an, dass die Tiere neben ihrer inneren Uhr auch einen Kompass eingebaut haben. Damit orientieren sie sich am Magnetfeld der Erde - und lesen so die richtige Flugrichtung ab. Auch geographische Merkmale wie Gebirge und Flüsse helfen ihnen dabei.

Wenn die Tage wieder länger werden, machen sich die Vögel auf den Rückweg. Das Frühjahr und den Sommer verbringen sie in ihrer Heimat, brüten und ziehen ihren Nachwuchs groß.

Bis der nächste Winter kommt.


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