Ein frei zugänglicher Flügel steht in Bayreuth in der Maximilianstraße, mitten in der Stadt. Langsam nähern sich die Leute, die ersten nehmen Platz, Festspielbesucher,Touristen, Geflüchtete und Einheimische sammeln sich um die Pianoklänge. Straßenmusiker steigen spontan mit ein. Eine Verbindung aller sozialer Schichten durch die Musik.

Das ist der Plan der Nonprofit-Organisation "Open Piano for Refugees" aus Wien. "Bisher lief es richtig richtig gut", sagt Udo Felizeter, einer der beiden Gründer. "Wir haben an 24 Standorten gespielt und hatten am Tag 30 bis 40 Pianisten dort; und sehr sehr viele Zuhörer." Wie oben beschrieben habe es sich in etwa bisher abgespielt. Zum Festspielauftakt kommt die Organisation auch für vier Tage nach Bayreuth: Von Donnerstag (27. Juli) bis Sonntag steht dann ein Flügel in der Maxstraße. Das erklärte Motto: "Alle dürfen spielen. Alle dürfen zuhören."


Musikunterricht für und von Geflüchteten


Bisher war die Organisation unter anderem in Wien, Salzburg und München. Vor Ort sammeln er und sein Freund und Mitgründer Nico Schwendinger spenden für die "Piano School for Refugees", eine Musikschule mit und von Geflüchteten. "Mit den bisherigen Spenden können wir unsere Kosten decken und auch für die Erweiterung der Musikschule schaut es gut aus", sagt Felizeter. Seit einem halben Jahr werden in der Schule bereits 20 Geflüchtete unterrichtet. "Unser Ziel ist es, dass die Geflüchteten dann selbst Menschen aus sozial benachteiligten Schichten unterrichten", erklärt Felizeter.Die Musik soll soziale Mauern einreißen und Brücken bauen.

Die Idee kam den beiden österreichischen Musikfreunden bei einer Fahrradtour durch Weißrußland, Ukraine und Polen. "In Kiev standen zwei kleine Pianos für alle mitten in der Stadt. Jeder durfte spielen. Das hat uns beeindruckt und wir wollten das auch in den deutschsprachigen Raum bringen", erzählt Felizeter. Erweitert haben sie die Idee dann mit einem hochwertigen Instrument - einem echten Flügel - und dem sozialen Sinn dahinter.

Auf Bayreuth kamen die Österreicher, "weil bei Kulturevents einfach mehr Interesse für musikalische Projekte da ist", sagt Feliziter. Eine Wagner-Oper werden sie nicht besuchen. "Leider", so der Musiker. "Wir haben keine Karten. Oder hast du uns eine?"