Die Fans der Bayreuth Tigers sind gespannt - welche Antwort gibt ihre Mannschaft auf die Brandrede von Matthias Wendel? Der Tigers-Geschäftsführer hatte das Team nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Ravensburg und der siebten Niederlage in Serie gehörig zusammengestaucht, die Charakterfrage gestellt und auch personelle Konsequenzen angedroht. Über die Leistung im letzten Drittel gegen Ravensburg (1:4) zeigte sich Wendel regelrecht "schockiert".

Auch mit Trainer Petri Kujala sprach Wendel eindringlich. Der Finne weiß, dass er und das Team unter Bewährung stehen: "Nachdem nach dem letzten Spiel eine tiefe Enttäuschung und entsprechend viel Rauch bei den Tigers war und alles schonungslos angesprochen wurde, müssen wir nun auf dem Eis eine Reaktion zeigen."

Am Freitag, 11. Oktober, droht den Oberfranken allerdings die achte Pleite im zehnten Saisonspiel, fahren sie doch als Tabellenletzter der DEL 2 zum amtierenden Zweitliga-Vizemeister Frankfurt Löwen. Bully ist um 19.30 Uhr. Die Hessen liegen nach holprigem Saisonstart und zuletzt zwei klaren Erfolgen mit 16 Punkten auf Platz 4. Trainer Tiilikainen steht auch in dieser Saison ein starker Kader zur Verfügung, der eine Mischung aus jungen Talenten und echten Routiniers ist. Die sehr erfahrenen Topscorer Edi Lewandowski, Torjäger Roope Ranta oder Spielmacher und Kapitän Adam Mitchell sowie Neuzugang McAulay sind im Angriff die Leistungsträger. Hinten fungiert der neue Kanadier Delisle als Abwehrchef Delisle neben dem deutschen Offensivverteidiger Max Faber. Ergänzt wird die Defensive die von vielen hoch veranlagten Nachwuchsspielern.

Im Tor haben die Löwen mit Klein und Hertel, die beide schon auf DEL-Erfahrung zurückgreifen können, ebenfalls hohe Qualität, so dass man nach wie vor zu den Favoriten dieser Spielzeit zählt.

Daneben ist man aber noch weiter auf der Suche, um den nach einigen späten und überraschenden Abgängen relativ schmalen Kader zu verbreitern. An den nötigen Mitteln dazu dürfte es dem Zuschauerkrösus aus der Bankenmetropole am Main nicht fehlen.

Am Sonntag kommt Dresden

Größer scheinen die Erfolgsaussichten der Tigers am Sonntag, wenn um 17 Uhr Dresden zu Gast ist. Auch die Sachsen sind ambitioniert und haben ebenfalls keinen zufriedenstellenden Saisonstart hingelegt. Erste Konsequenz war der Trainerwechsel von Gratton zum auch noch aus Bayreuth bekannten Ex-Kassel Coach Rico Rossi. Aktuell liegen die Dresdner mit acht Zählern auf Platz 12 - alle Punkte wurden bisher in der heimischen Arena erspielt.

In "Elbflorenz" dachte man, mit dem verbliebenen Topscorer Knackstedt und acht teils namhaften Neuzugängen wie den Nordamerikanern Dale Mitchell und Mario Lamoureux, dem Letten Biezais im Angriff und dem DEL-erfahrenen Verteidiger Lavallee und Dotzler eine starke Truppe zu haben, die im imaginären Etat-Ranking der DEL 2 sicher weit oben stünde. Auch im Tor haben die Eislöwen mit Eisenhut und Proske zwei Könner, die sich bisher die Einsätze geteilt haben.

Allerdings gelang es dem Dresdner Team bislang noch nicht, die ganzen Vorschusslorbeeren richtig aufs Eis zu bringen. Zuletzt gelang jedoch ein 6:2 Heimsieg gegen Nauheim mit dem dreifachen Torschützen Huard.

Tigers fast in Bestbesetzung

Die Tigers haben bis auf den länger verletzten Verteidiger Martin Heider den gesamten Kader zur Verfügung. Trainer Petri Kujala weiß: "Wir müssen besser spielen und bereit sein. Dann ist in jeder Partie etwas möglich, aber eben nur dann."red