Seit Samstag befindet sich Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth im Trainingslager in Österreich. Nach den positiven Erfahrungen aus den beiden Vorjahren hat Cheftrainer Raoul Korner erneut die Olympiaworld in Innsbruck ausgewählt, um aus insgesamt 14 Spielern, darunter sieben Neuzugänge, eine Einheit zu formen. Die Bayreuther treten zum Saisonstart am Freitag, 28. September, um 20.30 Uhr beim Aufsteiger SC Rasta Vechta an. Raoul Korner, sieben Spieler sind in diesem Jahr neu im Team von Medi Bayreuth. Wie anstrengend war es, die neue Mannschaft in den zurückliegenden Wochen zusammenzustellen? Sieben neue Spieler zu suchen, bedeutet natürlich viel Arbeit, weil wir bis auf die Position vier jede Position fast zweifach neu besetzen mussten. Eigentlich war ja nur die Verpflichtung von sechs neuen Spielern geplant. Dass wir mit Lukas Meisner sogar noch einen siebten Neuen haben, ist uns ein wenig passiert (Anm. d. Red.: Meisner hat sich bei seinem Ex-Trainer aus Braunschweiger Zeit angeboten, und dieser hat nicht Nein gesagt). Die Mannschaft hat durch die Neuverpflichtungen ein deutliches Plus an Athletik bekommen. Wird sich dadurch auch die Spielweise ändern? Ein bisschen was verändert sich ja immer, da ich unsere Spielweise natürlich auch an das Team anpasse. In meinem ersten Jahr hier in Bayreuth hat man gesehen, dass wir viel freier, schneller und vielleicht sogar ein wenig an der Grenze zum Wilden gespielt haben, was damals ganz einfach der Tatsache geschuldet war, dass Kyan Anderson und Trey Lewis auf eben diese Art am besten funktioniert haben und wir damit am meisten gewonnen haben. Im letzten Jahr war es mir alleine schon aufgrund der vielen Spiele in Bundesliga und Champions League wichtig, etwas mehr Struktur hineinzubringen. In diesem Jahr wird es vielleicht so ein bisschen ein Zwischending. Welche Unterschiede gibt es zur alten Mannschaft? Ich glaube, dass wir mit unserem Team physischer sind, was wir natürlich auch ausnutzen wollen. Zudem sind wir schneller und generell athletischer, was bedeutet, dass wir am Fast Break mehr antreiben werden. David Stockton wird mit dem Ball sicherlich mehr Tempo machen und auch unsere Flügelspieler und Center werden mitlaufen. Wie es sich dann letztlich im Detail ausdrücken wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Sicher habe ich meine klaren Vorstellungen, wie die einzelnen Spieler funktionieren. Wenn man im Trainingslager intensiv mit ihnen arbeitet, dann sieht man das noch genauer. Dann werden wir unser Spiel mehr oder weniger auf sie zuschneidern.

Das alles geschieht aber im Rahmen meiner Grundphilosophie, die sich natürlich nicht ändern wird. Wir werden also auch weiterhin strukturiert und diszipliniert spielen. Ich hoffe, dass wir defensiv besser werden können als in der vergangenen Saison. Von den Neuzugängen haben zwei, nämlich Nik Raivio und Lukas Meisner, einen deutschen Pass. Zusammen mit Bastian Doreth, Steve Wachalski und Andreas Seiferth umfasst die "deutsche Achse" jetzt sogar fünf Spieler. Ist auch das ein Plus? Es ist oft so, dass die Deutschen den Unterschied machen. Ein großer Grund unseres Erfolges besteht darin, dass wir diesen harten Kern an deutschen Spielern haben, die vieles mitbringen. Sie sind nicht nur gute Basketballer, sondern können auch die Kultur, die wir uns aufgebaut haben, weitergeben. Sie sind Vorzeige-Profis, und das merken auch die Spieler, die neu dazukommen. Das macht es auch für mich als Coach leichter. Natürlich möchte ich auch de'Mon Brooks, der jetzt in der dritten Saison bei uns ist, nicht ausklammern. Auch er ist ein Spieler, der durch die Art und Weise wie er arbeitet, trainiert, mit den Leuten umgeht und auch kommuniziert klar die Marschroute vorgibt.Genau das ist die Aufgabe dieses Kerns, und das machen die Burschen ausgezeichnet. Diese Tatsache ist es auch, die mich extrem positiv stimmt, dass wir den Umbruch schaffen werden. Das Interview führte unser Mitarbeiter Florian Kirchner