Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth ist mit einer deutlichen Niederlage in die 54. Saison der Basketball-Bundesliga gestartet: Im 79. Oberfrankenderby waren die Wagnerstädter gegen den neunfachen Meister und Nachbarrivalen Brose Bamberg mit 74:88 (29:47) nahezu chancenlos.

Bayreuths Head Coach Raoul Korner konnte mit Ausnahme von Nationalcenter Andreas Seiferth, der nach seiner Schulterverletzung voraussichtlich nicht vor November zum Einsatz kommen wird, mit der "ganzen Kapelle" antreten und schickte Spielmacher James Robinson zusammen mit James Woodard, Lucky Jones, Evan Bruinsma und Reid Travis in die erste Partie der Saison vor den Rängen der restlos ausverkauften Oberfrankenhalle.

Die Gäste aus Bamberg erwischten den besseren Start in die Partie, ließen den Ball zirkulieren und fanden immer wieder gute Wurfpositionen, während bei Medi Bayreuth in der Offensive noch einiger Sand im Getriebe war. James Robinson sammelte die ersten sechs Bayreuther Saisonpunkte, Bamberg hatte da schon 13 Zähler auf dem Konto (6.), konnte kurz drauf erstmals zweistellig in Führung gehen (8:18, 8.) und das Viertel mit 15:26 gewinnen.

Im zweiten Viertel waren noch keine zwei Minuten gespielt, da zog Raoul Korner nach einigen Unkonzentriertheiten (Alford, Travis) erstmals die Notbremse mit einer Auszeit (15:31, 12.), besser wurde es danach allerdings zunächst nicht: Bamberg konnte sich auf 20 Zähler (21:41, 17.) absetzen. Korner wählte die nächste Auszeit, die jedoch ebensowenig Wirkung zeigte. Beim einem deklassierenden Rückstand von 29:47 sollte es in der Halbzeitpause ausreichend Gesprächsbedarf gegeben haben, beispielsweise in Sachen Reboundbilanz: Hier hatten die Bayreuther alleine zehn mal weniger als die Gäste aus Bamberg zugegriffen (13:23).

James Woodard traf nach der Pause zweimal von der Dreierlinie und nötigte Gästecoach Roel Moors die erste Auszeit ab (42:55, 26.). Es waren die besten Minuten der Bayreuther, die durch Doreth (45:55, 27.) weiter nachlegten und damit die Stimmung in die Halle zurückholen konnten. Schmerzhaft in dieser Phase war sicherlich das vierte Foul gegen Bayreuths Energizer Lucky Jones. Bamberg konnte sich noch vor der letzten Pause aus der kurzzeitigen Bayreuther Umklammerung lösen und wieder auf 50:63 (30.) davonziehen.

Bis auf 64:72 (36.) konnten die Bayreuther im Schlussabschnitt noch einmal herankommen, leisteten sich in dieser Phase vorne wie hinten jedoch zu viele Ungenauigkeiten, um noch weiter verkürzen zu können. Bamberg musste um den Sieg nicht mehr zittern, spätestens nach Olindes Dreier zum 67:84 war die Messe gelesen. Bayreuth - Bamberg 74:88 (15:26, 14:21, 21:16, 24:25) Medi Bayreuth: Alford (22 Punkte/4 Dreier), Meisner (16/2), Robinson (13), Woodard (9/2), Raffington (5), Bruinsma (4), Doreth (3/1), Jones (2), Travis, Grüttner. Brose Bamberg: K. Taylor (25/2), Harris (14/1), Olinde (12/2), Sengfelder (12), B. Taylor (8/1). Weidemann (5/1), Marei (4), Mc Lean (4), Carrera (4), Lee, Stuckey.