Der EHC Bayreuth hat das vierte und wohl letzte Derby dieser Saison gegen den VER Selb mit 3:4 verloren. Vor 2500 Zuschauern lagen die Tigers schon mit 0:4 zurück, ehe sie im letzten Drittel eine Aufholjagd starteten. Zum Ausgleich reichte es aber nicht.
EHC-Coach Waßmiller stellte Hartung für den verletzten Julian Bädermann ins Tor. Der Ersatztorwart dankte dies mit einer tadellosen Vorstellung.
Von Beginn an merkte man, dass vielen Aktionen die letzte Konsequenz fehlte. Dann nahm die Partie etwas Fahrt auf. Torchancen auf beiden Seiten wurden von den Goalies entschärft, aber zumindest kam etwas Stimmung auf den für ein Derby eher mäßig besuchten Rängen auf.
Auch die vierte Formation bekam bei den Tigers regelmäßig Eiszeit, da Verteidiger Stettmer den Center zwischen Kuhn und Felsoci gab. Das Tempo im Spiel war ganz ordentlich, doch den Zweikämpfen fehlte verständlicherweise oft der letzte Biss.
In Überzahl gingen die Hausherren durch McNaughton in Führung. Und als Maaßen kurz später einen kapitalen Abspielfehler in der eigenen Zone der "Gelb-Schwarzen" mit dem 2:0 bestrafte, war der Pausenstand perfekt.
Zu Beginn des Mittelabschnitts versuchten die Tigers zurück ins Spiel zu kommen, doch trotz einiger guter Szenen konnte man Suvelo im Tor des VER nicht überwinden. Einmal trafen die Bayreuther Stürmer nur den Außenpfosten.
Was dann in den nächsten Minuten passierte, war schwer einzuschätzen, wirkte aber reichlich übermotiviert. Mit gleich zwei Spieldauerstrafen gegen Reiter und Kolozvary in kurzer Folge nahm das sehr unsicher wirkende Schiedsrichtergespann massiv Einfluss auf die bisher so harmlose Partie, so dass die Einheimischen fast vier komplette Minuten in doppelter Überzahl spielen durften. Dies nutzten sie durch Heilman und Piwowarczyk auch zu zwei weiteren Treffer gegen sich vergeblich wehrende Penaltykiller des EHC.
Mit weiteren Fehlentscheidungen und nicht gegebenen Strafen gegen die Wölfe mussten sich die Bayreuther arrangieren. Ein bis dahin absolut faires Spiel, schien den drei Referees da zeitweise fast aus den Händen zu gleiten.
Für die letzten 20 Minuten wollten die Bayreuther mit nur noch einem Mittelstürmer Schadensbegrenzung betreiben. Pavlu rückte von der Verteidigerposition ins Zentrum des Paradeblocks. Mit Buschs Powerplaytor gelang gleich eine Initialzündung. Der VER ließ immer mehr nach und verlor seine Linie völlig. Der unbedrängte Bartosch nutzte die immer größer werdenden Lücken zum 2:4. Als Potac kurz darauf aus Nahdistanz nochmal verkürzte, wackelte der vermeintlich sichere Sieger bedenklich. Pavlu und Geigenmüller hatten in den letzten Minuten noch zwei gute Möglichkeiten, doch der Ausgleich gelang trotz Auszeit und Tausch des Torwarts gegen einen sechsten Feldspieler nicht mehr. bis


VER Selb - EHC Bayreuth
4:3 (2:0, 2:0, 0:3)
Tore: 1:0 (16.) 5-4 McNaughton; 2:0 (17.) Maaßen; 3:0 (34.) 5-3 Heilman; 4:0 (36.) 5-3 Piwowarczyk; 4:1 (43.) 5-4 Busch; 4:2 (53.) Bartosch; 4:3 (56.) Potac. - Zuschauer: 2 581. - Strafminuten: 6/54.