"Gegen Hagen darf man sich so eine Schwächephase einfach nicht erlauben. Wir haben uns zu Spielbeginn selbst ein Loch gegraben, aus dem wir nur mit viel Energie wieder herausgekommen sind. Am Ende haben uns dann jedoch Kraft und Konzentration gefehlt und wir haben einige schlechte Entscheidungen getroffen", sah Medi-Cheftrainer Michael Koch einen Grund für die vierte Heimniederlage seines Teams.
Über drei Minuten dauerte es anfangs, bevor Center-Neuzugang Andreas Seiferth die Flaute in der Bayreuther Offensive mit seinem Treffer zum 2:11 beenden konnte.
Und bei den Hausherren war weiter Sand im Getriebe: Bei einem Rückstand von 12:23 (10.) ging es in die erste Viertelpause, als die gefällig kombinierenden Gäste danach bis auf 35:16 (14.) weiter davonziehen konnten, schien sich ein Debakel anzudeuten. Daniel Mullings gab schließlich mit zwei schönen Korberfolgen das Signal zur Aufholjagd, Odum und Seiferth, der zur Halbzeit bereits zwölf seiner am Ende 14 Punkte erzielt hatte, legten nach. So schmolz der Bayreuther Rückstand bis zur Pause wieder auf sechs Punkte (36:42, 20.).
Im dritten Viertel waren die Koch-Schützlinge mehrfach drauf und dran, sich die Führung zu erobern, doch die Westfalen hatte stets eine passende Antwort parat.


Bayreuth führt 74:69

Im Schlussabschnitt war es dann jedoch soweit: Erst konnte Travis Leslie ausgleichen (66:66, 33.), wenig später markierte Jake Odum mit einem Dreipunktspiel die erste Führung (71:69, 34.) für die Wagnerstädter.
Als dann abermals Leslie, der sich nach mehrmonatiger Verletzungspause mit 16 Punkten und vier Rebounds in rund 16 Einsatzminuten vielversprechend zurückmeldete, einen Korberfolg noch mit einem Zusatzfreiwurf krönen konnte (74:69, 35.), schien die Partie endgültig gekippt zu sein.
Hagens Cheftrainer Ingo Freyer zog postwendend mit einer Auszeit die Notbremse und fand augenscheinlich die passenden Worte. Nach Dreiern von Jefferson und Elliott wechselte die Führung zu den Gästen zurück (74:77, 36.), die sich danach die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließen und das Spiel abgeklärt nach Hause brachten.


Flowers fast wirkunglos

"Unser guter Start hat uns geholfen. Ein wesentlicher Faktor war aber auch die starke Defensivarbeit von Elliott gegen Flowers", lobte Gästecoach Ingo Freyer seinen Power Forward, der den Bayreuther Topscorer nahezu zur Wirkungslosigkeit verurteilte: Flowers erzielte lediglich einen Korberfolg, griff sich nur zwei Rebounds und musste vorzeitig mit fünf Fouls vom Parkett.
Deutliche Vorteile hatten die Gäste auch beim Rebound. Insgesamt 42 Rebounds landeten in den Händen der Feuervögel, alleine 16 davon sicherte sich der kantige DJ Covington (19 Punkte), während Bayreuth nur 31 Rebounds (sieben von Wachalski) einsammeln konnte.
Topscorer bei Bayreuth war Jake Odum mit 29 Punkten (2 Dreier), sechs Rebounds und sieben Assists, bei Hagen führten die beiden Guards David Bell und Brandon Jefferson das Klassement mit jeweils 20 Punkten an.
Am kommenden Sonntag gastiert Medi Bayreuth bei den Skyliners Frankfurt, eine Woche später stehen die Koch-Schützlinge zuhause gegen die Crailsheim Merlins unter Zugzwang.


Medi Bayreuth -
Phoenix Hagen 88:93 (12:23;24:19;25:24;27:27)
Medi Bayreuth: Odum (29 Punkte/2 Dreier), Leslie (16), Horton (15/3), Seiferth (14), Wachalski (6), Mullings (6), Flowers (2), Doreth, Heyden, Ziegenhagen.
Phoenix Hagen: Jefferson (20/5), Bell (20/4), Covington (19), Geske (12/2), Elliott (7/1), Mann (7/1), Hess (6/2), Klassen (2), Jasinski, Grof.