Noch keine drei Minuten waren gespielt, da sah sich medi-Headcoach Mike Koch beim Stand von 12:4 für die Hausherren bereits zur ersten Auszeit genötigt, weil sein Team bis dahin weder offensiv noch defensiv in die Partie hineingefunden hatte. Gegen die aggressive Ganzfeldpresse der Schwaben fanden die Bayreuther auch danach zunächst zu keinem geordneten Spielaufbau, erst die Einwechslung von Ronnie Burrell für Javon McCrea sowie von Simon Schmitz für Jason Brickman wirkte als belebendes Element der medi-Offensive.

Nach drei Freiwurftreffern von Je`Kel Foster schmolz der Bayreuther Rückstand auf 20:17 (9.), Brandon Bowman beendete wenig später das erste Viertel mit einem Korbleger nach feiner Penetration zum 25:22 (10.). Wie schon in der Vorwoche in Crailsheim leisteten sich die Bayreuther auch diesmal ein desaströses zweites Viertel.

Erst in der 16. Minute glückte den Bayreuthern, die beim Rebound an beiden Seiten des Feldes so gut wie nicht "stattfanden" (Ludwigsburg 15, Bayreuth 5), an der Freiwurflinie der zweite Korberfolg, während die Hausherren gefällig kombinierten und bis zur Pause auf 54:35 (20.) davonziehen konnten. Nicht zu stoppen war insbesondere Liga-Topscorer DJ Kennedy, der bis zum Seitenwechsel bereits 15 Punkte auf dem Konto hatte und zudem David Brembly und Lukas Palyza mit je vier Fouls fast "aufgearbeitet" hatte.

Fast fünf Minuten ließ der erste Bayreuther Korberfolg nach dem Seitenwechsel auf sich warten, bevor Bowman einmal an der Freiwurflinie traf. Jon Brockman hatte kurz zuvor mit einem Alley-Oop-Dunking sowie einem weiteren krachenden Dunking für beste Partystimmung und die bis dahin höchste Führung gesorgt (64:35). Kennedy war es kurz vor der letzten Viertelpause vorbehalten, die RIESEN mit dreißig Punkten in Front zu werfen (73:43, 29.), die Partie war entschieden und die Hausherren brachten die Partie danach souverän über die Ziellinie, nicht ohne ihre Fans dabei noch mit dem ein oder anderen "Schmankerl" zu verwöhnen. Zumindest eine dreistellige Niederlage blieb den medi-Korbjägern somit erspart.

Bester Werfer bei Ludwigsburg war der überragende Kennedy mit 27 Punkten, bei Bayreuth traf McCrea (19) am besten.

"Derzeit ist es auswärts ein Dejavu nach dem anderen. Wir hatten wieder einen Fehlstart, sind dann kurz in die Partie reingekommen und haben schnell wieder alles hergegeben. Wir können einfach auswärts nicht zu unserem Heimspiel-Level finden, verwerfen dann immer schnell unseren Gameplan und verlieren somit den Glauben an den Erfolg. Zum Glück haben wir jetzt wieder ein Heimspiel!", war Mike Koch nach der Partie angefressen. Bereits am kommenden Freitag können die Wagnerstädter es gegen Aufsteiger BG Göttingen in der heimischen Oberfrankenhalle besser machen.

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. medi bayreuth 93:67 (54:35)
Zuschauer: 3567

MHP RIESEN Ludwigsburg: Kennedy (27 Pkt./ 2-3er), Brockman (17/0), Johnson (14/2), Waleskowski (10/1), Flomo (8/0), Little (7/1), McNaughton (6/0), Huff (2/0), Stockton (2/0), Koch (0/0), Warech (0/0)

medi Bayreuth: McCrea (19 Pkt./ 0-3er), Brembly (16/1), Burrell (13/1), Bowman (10/0), Schmitz (3/1), Palyza (3/1), Foster (3/0), Zeis (0/0), Heyden (0/0), Brickman (0/0)

Die Viertel im Überblick: 25:22, 29:13, 23:13, 16:19