Gute Nachrichten für Oberfranken: Die Einwohnerzahl im Bezirk sinkt deutlich langsamer als von Experten prognostiziert. Zugleich verstärken viele Kommunen ihre Bemühungen, Fach- und Führungskräfte für die Region zu begeistern. In Coburg etwa gibt es seit dem vergangenen Jahr eine Initiative, um Menschen, die für Studium oder Ausbildung Oberfranken verlassen haben, zurückzulocken.

Im Jahr 2010 gingen Statistiker nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) noch davon aus, dass Oberfranken schon im Jahr 2023 weniger als eine Million Einwohner zählen wird. Diese Vorausberechnung sei korrigiert worden: Nun werde die Region wohl vor 2032 die Millionen-Grenze nicht unterschreiten. "Die Bevölkerungszahl geht zwar zurück, aber dass wir den Abwärtstrend derart abmildern können, hätte vor einigen Jahren kaum jemand prophezeit", sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Christi Degen. Dem Landesamt für Statistik zufolge hatte Oberfranken 2014 etwa 1,056 Millionen Einwohner. Inzwischen ziehen der IHK zufolge auch mehr Menschen in den Regierungsbezirk zu als weg.

Die Region Coburg/Rennsteig etwa wirbt gezielt um gut ausgebildete junge Menschen, die zurückkehren sollen: Bei Karrierewochenenden etwa können sich die Unternehmen der Region den Ex-Coburgern präsentieren. Eine erste Veranstaltung im vergangenen Herbst sei auf sehr gute Resonanz gestoßen, sagt Michael Böhm vom Stadtmarketing Coburg: "Die Unternehmen waren begeistert von der Qualität der Anfragen." Ein Grund, um in die alte Heimat zurückzukehren, sei etwa der Plan, eine Familie zu gründen. Oder man erbe ein Haus. Die Region werbe mit attraktiven Arbeitsplätzen, guten Freizeitangeboten und einer hohen Lebensqualität. "Wir wollen so viele Menschen wie möglich für die Stadt interessieren", sagte Böhm.

Nach wie vor gibt es in Oberfranken allerdings mehr Todesfälle als Geburten: Für 2013 registrierte das Landesamt für Statistik etwa 8000 Babys, aber eben auch knapp 13 000 Todesfälle.