Glaubt ihr an Geister oder Ungeheuer? Nein? Nun - diese Geschichten ändern vielleicht eure Meinung, denn in Bayreuth und der Umgebung wimmelt es nur so von mystischen Wesen. Jedenfalls wenn man den Erzählungen Glauben schenkt. Wir haben die gruseligsten Sagen und Legenden zusammengestellt:


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Sagen und Legenden aus Bayreuth

 


Das "Hasenloch" in Pottenstein
Diese Sage ist in Franken durchaus bekannt und zieht nach wie vor Touristen und Schulklassen zu der kleinen Höhle in die Fränkische Schweiz. Aber Vorsicht, dort herrscht ein grausiger Höhlenpöpel.

Die Legende erzählt von einigen jungen Buben, die Sonntags den Gottesdienst schwänzten und stattdessen lieber heimlich durch den Wald tobten. Sie fanden einen schneeweißen Hasen, welcher nicht richtig laufen konnte, sondern immer ein Bein hinter sich her zog. Die Buben hetzten den armen Hasen aus Spaß durch den Wald, bis er sich in einer Höhle versteckte. Nur einer der Knaben traute sich in die Höhle hinein, die anderen blieben aus Furcht vor dem dunklen Eingang stehen.

Nach einiger Zeit hörte man einen jämmerlichen Schrei, die Buben rannten in das Dorf und alarmierten ihre Eltern. Die Väter der Buben eilten zu der Höhle, wo sie den Jungen zerfleischt am Boden auffanden. Der Hase war der Höhlenpöpel und hatte sich zum Spott in einen lahmen Hasen verwandelt. Seit diesem Tag wird die Höhle "Hasenloch" genannt.

Die "Weiße Frau" im Schloss Bayreuth
Legenden von Frauen in Weiß gibt es in jeder Form und Farbe. Auch in Bayreuth soll einmal eine Weiße Frau ihr Unwesen getrieben haben, aber lest selbst:

Es wird sich erzählt, dass die Weiße Frau in Schlössern des preußischen Königshauses Hohenzollern gespukt habe, so auch in Bayreuth. Das erste Mal wurde sie im späten 15. Jahrhundert gesichtet, das letzte mal angeblich im 19. Jahrhundert. Während dieser Zeit verursachte die Weiße Frau mehrere Todesfälle. 1540 stürzte ein Kanzler die Treppe hinab und brach sich das Genick.

1560 wurden ein Koch und der Fourier, ein militärischer Mitarbeiter des Markgrafen, ermordet. 1809 soll sie dem französischen General Jean-Louis-Brigitte Espagne gedroht haben, ihn zu erwürgen. Er fiel wenige Tage darauf in einer Schlacht bei Aspern. Auch Napoleon Bonaparte soll Bekanntschaft mit der Dame in Weiß gemacht haben. Er erschrak so sehr, dass der bis an sein Lebensende von dem "verdammten Schloss" sprach.

 

 

 

 

 


Der "Teufelshund in der Sandwiese" bei Seulbitz
Ist es etwa ein Werwolf oder doch eine gefangene Seele des Teufels? Bei Vollmond ist dieser Ort jedenfalls besser zu meiden, so die Geschichte von der Internetseite des Bayreuther Stadtteils Seulbitz:

Zwischen der Grunauermühle bei Bayreuth und dem Ort Seulbitz führt die Straße durch die sogenannte Sandwiese, ein langes und breites Flurstück, welches mittlerweile Ackerland geworden ist. Zwischen Mitternacht und ein Uhr soll Wanderern von Zeit zu Zeit ein großer schwarzer Hund begegnet sein, welcher urplötzlich aus der Wiese auftauchte. Das Tier hat feurige Augen und der gelbe Geifer läuft ihm aus dem Rachen. Die Bestie versperrt den Wanderern den Weg und verharrt am selben Platz, solange man nicht versucht sie anzurühren. Schlägt es ein Uhr, verschwindet der Hund so plötzlich, wie er erschienen ist.

Ein mutiger Wanderer soll einst versucht haben, das Monster mit seinem Stock zu schlagen. Der Hund entriss ihm den Stock und der Mann sank wie vom Schlag getroffen nieder. Am nächsten Morgen fand man den Wanderer ohnmächtig am Wegesrand und den Stock in tausend Stücke zertrümmert bei ihm liegen. Der Hund, glaubt man, ist der nicht ruhende Geist eines Mörders, dessen Seele dem Teufel gehört. Während der Vollmondnacht kann die Seele den Menschen begegnen, welche vor Angst von dem Hund den Teufel um Hilfe bitten. So verfalle der Mensch der Hölle und die Seele des Mörders sei frei.


Der "Mühlenpöpel in der Mittelmühle" bei Pottenstein
Versprechen sollte man einhalten - das musste auch ein junger Mann am eigenen Leib erfahren, als er versuchte einen Mühlenpöpel zu hintergehen:

Der Sage nach, war ein junges Pärchen auf dem Heimweg von der Kerwa in Kühlenfels nach Elbersberg, als sie ein lautes Gejammer in der Mittelmühle hörten. Sie sahen nach und fanden den Mühlenpöpel auf dem Misthaufen sitzen. Dieser war am Boden zerstört, weil der Müller seinen Stallbesen in die Mahlmühle geworfen hatte, sein einziges Spielzeug. Das junge Mädchen hatte Mitleid und versprach einen neuen Besen zu kaufen. Am nächsten Tag musste das Mädchen aber zuhause bleiben und für die Eltern arbeiten. Deshalb schickte sie ihren Freund auf die Kerwa nach Kühlenfels und gab ihm Geld für einen neuen Besen mit.

Der Freund aber war kein zuverlässiger Mann und versoff das ganze Geld mit seinen Kumpanen. Berauscht machte er sich auf den Heimweg und traf an der Mittelmühle auf den schon wartenden Mühlenpöpel. Der junge Mann erzählte, dass er das Geld anders verbraucht habe und das Angebot seiner Freundin nicht ernst gemeint war. Darauf hin wurde der Mühlenpöpel sehr böse und wünschte dem Jungen alles Schlechte im Leben. Der Freund ging weiter seines Weges, doch er kam nie in seinem Heim an. Die nächsten Tage suchten alle umliegenden Dorfgemeinschaften nach ihm, aber er wurde nie gefunden. Es war die Rache des Mühlenpöpels gewesen und keiner traute sich mehr, ihm seine Wünsche nicht zu erfüllen.

Der Fichtelgebirgsverein Oberkotzau hat noch mehr Sagen und Legenden um das Kühloch parat.


Die "Zombiepriester" auf dem Oschenberg
Untote Priester, die das Christentum verfluchen? Kaum zu glauben. Diese Legende berichtet jedoch etwas anderes:

Im Nordosten Bayreuths, auf dem Oschenberg, soll seit langer Zeit ein Fluch lasten. Vor der Zeit des Christentums soll hier eine heidnische Kultstätte gestanden haben, den germanischen Göttern Wotan und Odin geweiht. Mit dem Einzug Karls des Großen wurde die Stätte zerstört und alle Tempelpriester durch das Heer getötet.

Der älteste Priester soll den Ort, im Sterben liegend, verflucht haben. Seither wurden immer wieder Kapellen auf dem Berg errichtet. Doch keine blieb bestehen. Sie stürzten ein, brannten nieder oder wurden verlassen. Eine Legende sagt, dass die Priester als Untote zurückkehren. Das Läuten von Glocken auf dem Oschenberg bringe Unheil über jeden Christen in der Umgebung.


"Die Hexe vom Hammerberg" in Kirchbrünnlein
Aus einem Traum wird ein Pakt mit dem Teufel. Michel, ein Waldbauer aus Prex, war krank und wurde immer schwächer. Im Traum erschien ihm ein Engel, welcher ihm in Gottes Namen den Auftrag gab, Wasser aus dem Wiesbrünnlein zu trinken. Der Bauer tat dies und wurde wieder gesund. Seither kamen viele Kranke und bedürftige Menschen zum Brunnen, um das heilende Wasser zu sich zu nehmen. Nur einer Person passte das überhaupt nicht:

Der Pfarrer aus Regnitzlosau war ein frommer Mann und ließ über den Brunnen ein Kirchlein bauen, alle Bewohner der Umgebung halfen mit und schleppten Balken und Steine herbei. Gegenüber der Quelle auf dem Hammerberg wohnte eine alte Frau in der Ruine des alten Raubschlosses, welche den Bewohnern, aufgrund ihrer Erscheinung, viel Furcht einflößte. Da sie sich aber gut mit Kräutern auskannte, kamen viele Kranke zu ihr, um sich Tees und Salben zubereiten zu lassen.

Seit aber die Heilkraft des Wassers aus dem Wiesbrünnlein bekannt wurde, blieben die Kunden der alten Frau fern. Um Rache zu üben, rief sie Freitag den 13. um Mitternacht nach dem Teufel. Aber er ließ sich von Gold und Silber nicht herbei locken. So versprach die alte Frau, mit Leib und Seele Sein zu werden, sollte der Teufel ihr Helfen. Und der Teufel kam und küsste sie, um den Vertrag zu besiegeln.

Am nächsten Morgen, als die Bewohner zu dem Brünnlein liefen, fanden sie dort nur Verwüstung vor. Das Kirchlein war dem Erdboden gleich gemacht und das Wasser war zu einer dunklen, stinkenden Brühe geworden. Nach einiger Zeit wurde das Wasser wieder klar und der Pfarrer beschloss, die Kirche wieder aufzubauen. Als die Kirchenglocken von Regnitzlosau Mitternacht schlugen, glühte der Turm vom Hammerberg, in dem die alte Frau gewohnt hatte, in einem feurigen Rot.

Ein Sturm wälzte eine Feuersäule vom Berg hinunter und in der Glut erkannten die Bewohner voll Schrecken die Gestalt des Teufels. Sie flohen und suchten Schutz im Wald. Als es wieder Tag geworden war, begaben sie sich zu dem Brünnlein. Alle Balken und Steine waren weit über das Gelände verstreut und die Bewohner beschlossen, keine Kirche mehr zu bauen. Seit diesem Tag wurde die alte Frau nicht mehr gesehen. Der Teufel hatte sie geholt. Das Brünnlein jedoch existiert bis heute und spendet den Bewohnern von "Kirchbrünnlein" frisches und klares Wasser.

Viele Sagen und Legenden verbreiten sich von Mund zu Mund. Das Regionalportal Bayern-online.de hat zum Beispiel einige davon zusammengetragen.