Der Fall Peggy bleibt weiter einer der größten ungeklärten Kriminalfälle im Freistaat. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat ihre Ermittlungen gegen drei bislang Tatverdächtige eingestellt. Einem Mann aus Sachsen-Anhalt, der ein Freund von Peggys Familie war und derzeit wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter im Gefängnis sitzt, konnte eine Verantwortung am Verschwinden des Mädchens ebensowenig nachgewiesen werden wie seinem Halbbruder. Zu den Verdächtigen zählte auch ein Mann aus Lichtenberg, auf dessen Anwesen die Polizei im April 2013 fast eine Woche lang nach Peggys Leiche gesucht hatte.

Doch die Aktendeckel werden noch nicht ganz geschlossen: Spuren, die nicht die drei bislang Verdächtigen betreffen, würden in einem Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt weiter untersucht, teilte die Anklagebehörde am Mittwoch mit. Ein Sprecher betonte: "Derzeit besteht kein Tatverdacht gegen konkrete weitere Personen." Die Staatsanwaltschaft werde aber ihre Bemühungen, den Fall doch noch aufzuklären, nicht aufgeben. Auch Hinweisen, die darauf hindeuten, dass Peggy noch lebt, gehe man nach - obwohl das äußerst unwahrscheinlich sei.

Die damals neun Jahre alte Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Trotz einer groß angelegten Suchaktion wurde nie eine Leiche gefunden. Als ihr Mörder wurde 2004 der geistig behinderte Ulvi K. verurteilt, doch er wurde in einem Wiederaufnahmeverfahren im Vorjahr vom Mordvorwurf freigesprochen. Zugleich hatte die Staatsanwaltschaft wieder Ermittlungen aufgenommen. Etwa 4800 Spuren sind dabei überprüft und mehr als 180 Zeugen vernommen worden.