Jeden Sommer verwandelt sich das beschauliche Bayreuth in einen Kultur-Hotspot, der seinesgleichen sucht. Fernab der großen Metropolen erfreuen sich Klassik-Liebhaber dann an den Klängen von einem der bedeutendsten Komponisten aller Zeiten: Richard Wagner. Alle Infos und Neuigkeiten rund um die Bayreuther Festspiele 2019 gibt es hier:

Wann finden die Bayreuther Festspiele statt?

Die Wagner-Festspiele finden vom 25. Juli bis zum 28. August 2019 statt. In diesem Zeitraum gibt es im Festspielhaus fast täglich eine Vorstellung zu sehen.

Wo finden die Festspiele statt?

Schauplatz der Festspiele ist das eigens dafür erbaute Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth.

Adresse: Festspielhügel 1 - 2, 95445 Bayreuth

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Spielplan der Bayreuther Festspiele 2019

Die Festspiele werden am Donnerstag, 25. Juli 2019, mit einer Neuinszenierung des "Tannhäuser" eröffnet. Außerdem werden in diesem Jahr folgende Werke aufgeführt: "Lohengrin", "Die Meistersinger von Nürnberg", "Tristan und Isolde" (letztmals) und "Parsifal"(letztmals).

Den ausführlichen Spielplan gibt es hier

Tickets für die Bayreuther Festspiele 2019

Grundsätzlich gibt es drei Arten, um an Tickets für die Festspiele zu kommen: online, per schriftlicher Bestellung oder an der Abendkasse.

Die Online-Bestellung von Karten war im September und Oktober 2018 möglich und wurde im April 2019 wieder aufgenommen. Über einen Link auf der Startseite der Bayreuther Festspiele kann man sich in eine virtuelle Warteschlange einreihen. Eine schriftliche Kartenbestellung war nur bis zum 16. Oktober 2018 möglich. Die Veranstalter räumen ein, dass die Anzahl der Kartenwünsche aus aller Welt jedes die Jahr die zur Verfügung stehenden Kontingente um ein Mehrfaches übersteigt.

Die Tickets sind personalisiert. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass der Kauf von Schwarzmarkt-Tickets unzulässig ist und deshalb auch verfolgt wird.

An jedem Aufführungstag gibt es außerdem eine Abendkasse. Sie ist jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie ab zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort können zurückgegebene Karten ergattert werden.

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Beteiligte 2019

Zwei Stücke sorgen stehen bei den Bayreuther Festspielen 2019 im Mittelpunkt: die Neuinszenierung des "Tannhäuser" und "Lohengrin", das mit einem Besetzungs-Clou aufwartet. Gespannt sein darf man, wie der junge Münchner Regisseur Tobias Kratzer (39) den "Tannhäuser" umsetzt. Die musikalische Leitung übernimmt mit Valery Gergiev der Chef der Münchner Philharmoniker.

Das Besondere an "Lohengrin": Bei zwei von insgesamt sieben Vorstellungen gibt Anna Netrebko die Elsa. Für die russische Star-Sopranistin, die am 14. August und am 18. August auf der Bühne in Bayreuth zu sehen sein wird, ist es der erste Auftritt bei den Wagner-Festspielen. Regie führt wie im Vorjahr der US-Amerikaner Yuval Sharon, Christian Thielemann dirigiert.

Außerdem steht Barrie Koskys "Die Meistersinger von Nürnberg" auf dem Spielplan. Zum letzten Mal auf dem Grünen Hügel zu sehen sein werden "Parsifal" in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg und "Tristan und Isolde", bei dem Festspiel-Chefin Katharina Wagner Regie führt.

Prominente Gäste bei der Festspielpremiere

Auch in diesem Jahr freut sich Bayreuth wieder auf etliche prominente Gäste bei der Premierenaufführung. Noch ist nicht bekannt, wer alles über den Roten Teppich schreiten wird. Im vergangenen Jahr gaben sich unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Markus Söder und Entertainer Thomas Gottschalk die Ehre.

Die Bedeutung der Bayreuther Festspiele

Richard Wagner gilt als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten. Er wurde 1813 in Leipzig geboren und verstarb 1883 in Venedig. Wagners Werke beeinflussten die europäische Musik des 19. Jahrhunderts maßgeblich: Seine Aufführungen sollten "Gesamtkunstwerke" sein. Deshalb komponierte er zu seinen Stücken nicht nur die Musik, sondern schrieb auch die Texte und eigene Regieanweisungen. Mit der untrennbaren Einheit von Musik und szenischer Darstellung erneuerte er die Oper.

Fast zehn Jahr lang - von Frühjahr 1872 bis November 1881 - lebte der Komponist in Bayreuth. Die Stadt in Oberfranken hatte er 1871 als Ort für seine Vision ausgewählt: ein Festspielhaus abseits der Metropolen, in den nur seine Stücke gespielt werden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 22. Mai 1872; fertig gestellt wurde das Richard-Wagner-Festspielhaus, das weltweit für seine einzigartige Akustik bekannt ist, im Jahr 1875.

1876 fanden die ersten Bayreuther Festspiele statt, bis 1950 wurden sie mit einigen Unterbrechungen fortgesetzt. Seit 1951 werden sie jährlich aufgeführt. Auch heute noch werden dort ausschließlich Wagner-Werke gespielt.

Nach Wagners Tod im Jahr 1883 übernahm seine Witwe Cosima die Leitung der Festspiele. Seitdem wird die Leitung in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben.

Kritik an der Person Richard Wagner

Richard Wagner polarisiert. Auf der einen Seite wird er für seine künstlerische Genialität und sein musikalisches Lebenswerk gefeiert. Nicht umsonst gilt er als einer der bedeutendsten europäischen Komponisten. Auf der anderen Seite wird Wagner gerade wegen seines offensiven Antisemitismus stark kritisiert.

Diese Tatsache wird heute offener thematisiert als früher noch. Im Richard Wagner Museum (Haus Wahnfried) widmet sich eine der Dauerausstellungen der Ideologie Wagners und der innigen Beziehung der Wagner-Familie zum NS-Regime und zu Adolf Hitler selbst.

Auch während der Festspiele wird Wagners Ideologie analysiert und diskutiert: "Diskurs Bayreuth" heißt ein Rahmenprogramm während der Festspielzeit. Bei wissenschaftlichen Vorträgen, Wechselgesprächen und musikalischem Programm wird das Werk Wagners genau unter die Lupe genommen und auch kritisch beleuchtet.