Bayreuth
Opernregisseur

Bayreuther Festspiele: Harry Kupfer ist tot - ehemaliger Wagner-Regisseur stirbt mit 84

Er inszenierte Wagner in Bayreuth, fühlte sich aber auch der Moderne verpflichtet: Harry Kupfer gehörte zu den wichtigsten deutschen Opernregisseuren. Nun ist er mit 84 Jahren in Berlin gestorben.
13.03.2019, Berlin: Opernregisseur Regisseur Harry Kupfer raucht während der Pause der Fotoprobe der Händel-Oper "Poros" in einem Innenhof der Komischen Oper. Er starb am 30.12.2019 nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in seiner Heimatstadt. Foto: Soeren Stache/dpa

Harry Kupfer, einer der erfolgreichsten Opernregisseure Deutschlands, ist mit 84 Jahren gestorben. Er starb am Montag in Berlin, wie seine Agentur Arsis in Wien am Dienstag mitteilte. Kupfer, der 21 Jahre bis ins Jahr 2002 Chefregisseur an der Komischen Oper Berlin war, hatte mit seinen Inszenierungen unter anderem bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth großen Erfolg.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) würdigte Kupfer für dessen Leistungen: "Seine Arbeit war wegweisend und Vorbild für viele nachfolgende Kolleginnen und Kollegen." Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) teilte am Dienstag mit: "Sein Schaffen in Bayreuth war ein

Glücksfall für die Festspiele und Wagner-Fans allerorten."

Richard Wagner als Karriere-Meilenstein

Zu den Meilensteinen von Kupfers Karriere gehörte auch die Produktion der zehn wichtigsten Opern von Richard Wagner an der Berliner Staatsoper Unter den Linden mit dem Dirigenten Daniel Barenboim.

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Der am 12. August 1935 in Berlin geborene Schüler von Regie-Meister Walter Felsenstein gab sein Regiedebüt mit 23 Jahren bei Antonin Dvoraks "Rusalka" in Halle. Nach Stralsund, Chemnitz, Weimar und zuletzt als Staatsoperndirektor in Dresden zog es ihn 1981 wieder nach Berlin und an die Komische Oper.

"Fliegender Holländer" und "Ring des Nibelungen"

1978 brachte er in Bayreuth den "Fliegenden Holländer" auf die Bühne. Zehn Jahre später produzierte er dort mit Daniel Barenboim den "Ring des Nibelungen". Er wolle auf der Bühne Menschen mit ihren Konflikten, Problemen und Widersprüchen zeigen, sagte Kupfer einmal.

In den letzten Jahren arbeitete er in Dresden und Sydney, brachte den "Ring" in Barcelona und den "Parsifal" in Helsinki heraus. In Salzburg inszenierte er mit großem Jubel den "Rosenkavalier" in Shanghai ein Musical. Zur Seite stand ihm dabei immer wieder sein langjähriger Bühnenbildner Hans Schavernoch.