Umso erfreulicher ist es, dass ausgerechnet ein Unternehmen in Bayreuth, dessen Gewerbesteuer allein zehn Prozent der jährlichen Einnahmen der Stadt Bayreuth ausmacht, sich gegen den Trend entwickelt. Die British American Tobacco (BAT), seit fast 90 Jahren in Deutschland und seit 56 Jahren in Bayreuth, konnte das Ergebnis aus dem Vorjahr nicht nur halten, sondern sogar um 0,4 Prozent Marktanteil zulegen.

Als Gründe dafür nannten Bas Tonnaer, Leiter Politik und Unternehmenskommunikation und Jon Jones, Produktionsleiter Westeuropa, bei einem Pressegespräch vor allem die Qualität, die Flexibilität und die Innovationen im mit rund 1.400 Mitarbeitern weltweit größten Werk in Bayreuth. Gewonnen hat das Unternehmen vor allem auf dem wachsenden Markt der Zigaretten "ohne Zusatzstoffe", die nur aus Tabak und Wasser bestehen.
Insgesamt war die Zahl der in Bayreuth produzierten Zigaretten jedoch leicht rückläufig und sank 2012 um drei Milliarden auf etwa 50 Milliarden.

"Auch 2013 wird kein einfaches Jahr", so Bas Tonnaer. "70 Prozent der in Bayreuth produzierten Zigaretten gehen ins Ausland, vor allem in die von der Finanzkrise geplagten Länder Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland. Dort wird man mit einem Preiskampf rechnen müssen." Kritik gab es an Plänen der EU, abschreckende Bilder auf Zigarettenschachteln zu platzieren. "Hier wird in die Unternehmensfreiheit eingegriffen. Auch wir sind für den Jugendschutz, aber nicht mit unverhältnismäßigen Maßnahmen, die in dieser Form nicht effektiv sind."

Derzeit investiert die BAT 56 Millionen Euro in eine neue Produktinsstätte in Bayreuth - die größte Einzelinvestition des Konzerns weltweit. In dem neuen Werk soll sogenannter expandierter Tabak hergestellt werden, der sowohl für die Produktion als auch für den Feinschnitt-Markt verwendet wird. Mit dem Bau wurde bereits begonnen, die Produktion soll Anfang nächsten Jahres starten. sm