Im Prozess um einen gefälschten Gerichtsbeschluss zur Freilassung des Justizopfers Gustl Mollath aus der Psychiatrie hat die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe für den angeklagten Anwalt gefordert. Die Aussagen des 55-jährigen Juristen, ein befreundeter Mandant sei für die Tat verantwortlich, seien nicht glaubhaft, sagte die Staatsanwältin am Mittwoch vor dem Wiesbadener Amtsgericht. Sie plädierte auf eine Geldstrafe von 120 Tagesätzen zu je 60 Euro wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Urkundenfälschung.

Die Verteidigung forderte einen Freispruch. Es gebe auch nach der Beweisaufnahme erhebliche Zweifel, dass der Anwalt das gefälschte Fax verschickt habe. Das Urteil wurde noch am Mittwoch erwartet.

Mollath saß rund sieben Jahre gegen seinen Willen in der Psychiatrie, es kam zu einem aufsehenerregenden Wiederaufnahmeverfahren. Im August 2014 sprach das Landgericht Regensburg den 59-Jährigen schließlich frei. Er war zuvor in einem Prozess vom Vorwurf der Körperverletzung gegenüber seiner früheren Ehefrau wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen worden, wurde aber wegen angeblicher Wahnvorstellungen und Gemeingefährlichkeit in die Psychiatrie eingewiesen. Jahrelang kämpfte Mollath um Wiederaufnahme seines Verfahrens.