Adrian O. soll am 8. Februar seinen Kollegen Roman Z. schwer verprügelt und mit einem Spatenstiel vergewaltigt haben. Danach hat er ihn auf einer Matratze verbluten. Dafür ist Adrian O. heute von der Strafkammer des Amtsgerichts Bayreuth wegen Mordes in Tateinheit mit Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Wie vom Staatsanwalt gefordert, stellte die Kammer niedrige Beweggründe fest: Ein nachvollziehbares Motiv sei nicht vorhanden, die Schwere der Tat sei "sittlich auf tiefster Stufe", sagte der vorsitzende Richter Michael Eckstein.

Eine "besondere Schwere" der Tat konnte die Kammer aber nicht feststellen, da der Verurteilte nicht vorbestraft ist und es ein einmaliges, außergewöhnliches Ereignis in seinem Lebenslauf darstelle. Das bedeutet, dass Adrian O. theoretisch nach 15 Jahren eine gerichtliche Prüfung beantragen und aus der Haft entlassen werden könnte. Bei einer "besonderen Schwere" wäre dies nicht möglich.

Zudem stellte die Kammer "bedingten Vorsatz" bei Adrian O. fest: Er habe zwar nicht mit einer konkreten Tötungsabsicht gehandelt, die lebensgefährlichen Verletzungen jedoch billigend in Kauf genommen - er hatte ein Video vom lebensgefährlich verletzten Roman Z. aufgenommen und an einen Freund geschickt, aber nicht den Rettungsdienst verständigt, wie der Freund ihm geraten habe.

Die Kollegen hatten am Tattag noch zusammen getrunken. Später hätten sie gestritten und der 27 Jahre alte Verurteilte fing an, auf den 43-jährigen Roman Z. einzuprügeln. Als Z. am Boden lag, trat O. mehrfach auf ihn ein, auch im Bereich des Schädels. Dann zog er ihm die Hose aus und stieß einen abgebrochenen Spatenstil in seinen After, wodurch Z. schwerste innere Verletzungen erlitt. Anschließend ließ er ihn auf einer Matratze verbluten, die sich auf einer Baustelle in Bayreuth befand, auf der die beiden polnischen Bauarbeiter auch untergebracht waren. Am nächsten Tag fanden zwei weitere Kollegen den leblosen Z. auf der Matratze.