In der Nähe des Golfplatzes im Bayreuther Stadtteil Laineck ist ein toter Feldhase gefunden worden, der mit Tularämie, der sogenannten Hasenpest, infiziert war. Dies teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag (29. Mai) mit.Das LGL hatte den toten Hasen untersucht, weil in der Gegend mehrere tote Tiere gefunden worden sind.

Im Bayreuther Stadtteil Laineck ist ein toter Feldhase gefunden worden, der mit Tularämie (Hasenpest) infiziert war. Dies teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag mit. Das LGL hatte das Tier untersucht, weil in der Gegend mehrere tote Tiere gefunden worden sind.

Die Tularämie ist eine bakterielle Erkrankung, die sich auf den Menschen übertragen kann. Da die Symptome denen der Pest ähneln und Tularämie vor allem bei Hasen vorkommen, wird sie auch als Hasenpest bezeichnet. Menschen können sich anstecken, unbehandelt ist die Krankheit lebensbedrohlich.

Wer kann sich anstecken?

Die Bakterien, die die Krankheit auslösen (Francisella tularensis) kommen vor allem in wildlebenden Tieren vor. Meist bei Feldhasen, aber auch Kaninchen und Nagetiere, Wildwiederkäuer, Fleischfresser und Vögel können infiziert sein. Stechinsekten und Zecken können die Bakterien übertragen.

Vorkommen beim Menschen

Menschen infizieren sich meist beim Kontakt mit erkrankten Tieren, besonders beim Enthäuten und Ausnehmen. Von Tularämie sind daher hauptsächlich Jäger, Köche, Metzger und Tierärzte betroffen. Der Mensch gilt als sehr empfänglich. Eine Infektion ist über Mund, Nase, Lidbindehaut oder kleine Hautverletzungen möglich. Das Robert-Koch-Institut meldet für die Jahre 2010 bis 2015 143 Fälle in Deutschland, davon 18 in Bayern. Unbehandelt endet die Krankheit bei 33 Prozent der betroffenen Menschen tödlich.

Bei Tieren sind milde und schwerwiegende Formen möglich. Insbesondere bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren endet die Krankheit meist tödlich. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell und schwankenden Gang.

Krankheitsbild

Die Inkubationszeit beträgt drei bis zehn Tage, die Erkrankungsdauer etwa drei Wochen.
Die Hasenpest beginnt mit grippeartigen Symptomen wie Kopfschmerzen und Fieber. An der Eintrittsstelle bildet sich ein Geschwür. Die Lymphknoten schwellen stark an und vereitern. Innere Organe können beteiligt sein (etwa eine Lungenentzündung, Magenkrämpfe, blutiger Durchfall). Als besonders schweres Krankheitsbild ist die typhöse Form bekannt: Hohes Fieber, Hirnhautentzündung bis hin zu Organversagen. Eine erfolgreiche Behandlung mit mit Antibiotika ist bei rechtzeitiger Diagnose gut möglich.

Vorbeugende Maßnahmen

- Vermeidung von ungeschütztem Kontakt zu Wildtieren
- Vermeidung von ungeschütztem Kontakt zu Kadavern von Wildtieren
- Einhalten der Arbeitshygiene beim Umgang mit Wildtieren und deren Produkten
- Wildgerichte nur gut durchgegart verzehren