Mit einem Eklat hat der Untreue-Prozess gegen einen ehemaligen Manager des Textildiscounters NKD vor dem Landgericht Hof begonnen. Der 37-Jährige soll das Unternehmen mit gefälschten Rechnungen um 3,7 Millionen Euro geprellt haben. Die Verteidiger wollten am Dienstag die Verlesung der Anklageschrift verhindern, das Gericht ließ sie ihren Antrag jedoch nicht vortragen. Der Anwalt des Hauptangeklagten verließ daraufhin aus Protest den Raum, die Verhandlung musste unterbrochen werden. Der Vorsitzende Richter forderte den Ex-Manager auf, einen neuen Pflichtverteidiger zu benennen.

Er fühle sich in seinen Rechten als Verteidiger beschnitten, sagte Rechtsanwalt Volker Beermann später. Er wirft dem Gericht Befangenheit vor. "Mein Mandant sitzt seit acht Monaten unschuldig in Untersuchungshaft", er sei lediglich ein "Sündenbock", sagte der Anwalt. Hintergrund für die Anschuldigungen sei die wirtschaftliche Situation des Unternehmens. Die Staatsanwaltschaft legt dem 37-Jährigen und dem früheren Prokuristen des oberfränkischen Unternehmens mit Sitz in Bindlach Untreue in vier Fällen zur Last.

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 26. März angesetzt.