Andreas Heerdegen, Eventmanager des Basketballvereins "Medi Bayreuth", steht am Spielfeldrand im Regen. "Wo war der Block?", ruft er einem Jugendspieler zu. Denn der reagierte zu spät, und ein junger Flüchtling aus der Unterkunft in der Peter-Henlein-Straße in Bayreuth versenkte einen Korbleger. Nico Wenzl, Jevon Perschnik und Lukas Pryszcz von den "Tennet Young Heroes" sind heute hier, um die Anlage einzuweihen.

"Recht kurzfristig", sagt Heerdegen; denn ursprünglich sollten drei Profispieler kommen. Die gewannen am Samstag überraschend gegen Bayern München und müssten sich nun auf die Playoffs vorbereiten. Die Jugendspieler hätten sich aber sehr über die Aktion gefreut, so Heerdegen: "Wir vom Sport wollen immer gerne was zurückgeben", sagt er und deutet auf die lachenden Gesichter auf dem Spielfeld: "Und wenn man die so einfach glücklich machen kann, machen wir das sehr gerne."

Dass die drei Jugendspieler gemeinsam mit den jungen Flüchtlingen heute hier spielen können, verdanken sie einer Spende der Bayreuther Freimaurer-Loge "Eleusis zur Verschwiegenheit", die die mobile Basketballanlage für rund 2000 Euro anlässlich ihres 275-jährigen Bestehens sponsorte. "Wetterfest" sei die Anlage, hieß es in der Pressemitteilung. Das ist auch nötig an diesem verregneten Dienstagabend (2. Mai), der die jungen Männer aber nicht vom gemeinsamen Spiel und Spaß abhält.


Basketball und Freimaurerei



Der Vorsitzende der Bayreuther Loge, der "Stuhlmann" (von englisch "Chairman") Stefan Kunnert, sei in seiner Jugend ein guter Basketballspieler gewesen, erzählt er einem Freimaurer-Bruder bei der Einweihungsfeier. Das sei aber nicht der Grund für die Entscheidung gewesen, den Plan der Stadt Bayreuth zu unterstützen. "Wir wollten nicht in irgendeinen Topf einzahlen, sondern ein konkretes Projekt umsetzen", sagt Kunnert. Die Freimaurer stünden für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sowie dogmenfreies Denken, Überwindung von Schranken und Vorurteilen. "Das Engagement für Flüchtlinge passt da gut zu unserer Zielsetzung", sagt der Vorsitzende. Außerdem sei Basketball wie die Freimaurerei ein international verbindendes Element.

Die Loge unterstütz die Stadt Bayreuth häufig bei sozialen Projekten. "Damit wollen wir auch zeigen: Uns gibt es wirklich! Wir sind kein zurückgezogener Geheimbund, sondern treten gerne in die Öffentlichkeit", so Kunnert.

So heißt es für Freimaurer, Sportler, Internationalität und die Integration: "Am Ball bleiben".