Die Chefin vom Bamberger Ordnungsamt, Christine Feldbauer, hat eigens zum gestrigen Sandkerwa-Auftakt ihre bequemen Turnschuhe aus dem Schrank geholt, damit ihre Füße den Abnahmemarathon möglichst unbeschadet zu überstehen. "Wir sind rund zwölf Stunden im Dauereinsatz. Denn wir müssen jeden einzelnen Stand, jede Hausbar und jedes Fahrgeschäft nach verschiedenen Gesichtspunkten überprüfen und abnehmen", schildert sie.

Zusammen mit weit über zwei Dutzend Männern und Frauen von der Feuerwehr, der Polizei, dem Ordnungsamt, dem Jugendamt, der Baubehörde, den Stadtwerken, dem Umweltamt, dem Gesundheitsamt und von der Lebensmittelkontrolle startet sie in aller Früh am Markusplatz mit der Abnahme. Von Besuchern ist um diese Zeit weit und breit noch nichts zu sehen, aber dennoch herrscht im Sandkerwa-Gebiet emsiges Treiben.

Die Aufbauarbeiten laufen zum Teil noch, der Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Bamberg (EBB) stellt Mülleimer auf und letzte Anlieferungen werden getätigt. Dazwischen bewegt sich die fast 30 Mann starke "Truppe" von Stand zu Stand. Während die Lebensmittelkontrolleure die Hygienevorschriften überprüfen, kontrolliert die Feuerwehr unter anderem ob jeder Stand einen Feuerlöscher parat hat, die Gasversorgungsanlagen in Ordnung sind und ob beim Aufbau der Buden und Ständen auch wirklich nur mit schwer entflammbaren Stoffen gearbeitet wurde. "Wir achten bei der Standabnahme zudem darauf, dass die Fluchtwege und Rettungswege ein- und vor allem freigehalten werden", so Stadtbrandrat Moyano.

Empfindliche Geldstrafen

Für die Einhaltung der Jugendschutzvorschriften hingegen sorgen der Jugendschutzbeauftragte der Stadt Bamberg sowie die Polizei. "Bei der Standabnahme belehren wir alle Betreiber, die alkoholische Getränke ausschenken", schildert Polizeioberkommissarin Sabine Hoffmann. Dabei würden sie auch darauf hinweisen, dass während des Festbetriebes streng darauf geachtet wird, dass kein Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt werden dürfe - abgesehen von Bier, Wein und Sekt, welche man ab 16 Jahren konsumieren darf. Sollte jemand gegen die Jugendvorschriften verstoßen, drohen empfindliche Geldstrafen zwischen 150 und 2000 Euro. "Natürlich haben wir auch die Markusbrücke die nächsten Tage im Auge, die sich seit einigen Jahren zum Jugendtreffpunkt entwickelt hat", so Hoffmann.

Nach knapp zwei Stunden ist die Kontrolltruppe gerade einmal an der Brudermühle angekommen. Auch zerstreut sie sich immer mehr. "Da ist aber ganz normal. Manchmal brauchen die einen hier und da etwas länger und die anderen gehen schon weiter", erklärt die Ordnungsamtchefin. Wichtig sei nur, dass die Feuerwehr und die Baubehörde eine Einheit bilden. "Und zwischendurch machen wir eine kleine Pause und spätestens dann ist die Gruppe wieder zusammen", sagt Feldbauer.

Gegen 15 Uhr trudeln so nach und nach die ersten Besucher ein. Das Bamberger Kasperl hat schon seine Vorstellung gegeben. Dennoch ist die Standabnahme im noch vollen Gange. Erst, als im Festzelt das erste Fass angezapft wird, haben es die Kontrolleure geschafft.

Meistens gibt es eine Lösung

Große Beanstandungen hat es insgesamt keine gegeben. "Ich habe in meinen vier Dienstjahren als Amtsleiterin des Ordnungsamtes auch noch keinen Stand schließen müssen. Denn meistens finden wir eine Lösung", betont sie. Doch ans Ausruhen ist derzeit noch lange nicht zu denken. So wird beispielsweise die Feuerwehr über die Festtage mit jeweils sechs Mann Besatzung vor dem Palais Schrottenberg eine feste Wache stellen und das Ordnungsamt täglich unter anderem die Sperrzeiten zusammen mit der Polizei kontrollieren. "Natürlich überwachen wir auf anderen Kirchweihen und Festen in Bamberg die Auflagen und Gesetze. Aber in dieser Intensivität machen wir es nur an der Sandkerwa", resümiert Christine Feldbauer.

Die Besucher der Sandkerwa bekommen von dem ganzen Trubel rund um die Abnahme der Stände nichts mit. Für sie steht der Spaß im Mittelpunkt. Und den werden sie hoffentlich alle die nächsten Tage haben ...