Sogar Daniela Reinfelder von Bambergs Unabhängigen Bürgern kam am Dienstag früh kurz ins Zögern. Kann es sein, dass Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) tatsächlich drei Stellvertreter installieren möchte und mit ihr noch nicht gesprochen hat? "Wie will er das finanziell lösen, das kann ja nur ehrenamtlich gehen", stellte die neu gewählte Fraktionsschefin (siehe auch Artikel rechts) fest.

Doch so weit, dass vier Bürgermeister im Rathaus Maxplatz das Szepter schwingen, ist es noch nicht. Die Vision von einem OB und drei Stellvertretern ist - viele haben es dann doch gemerkt - zwar nah an der Wirklichkeit, aber nicht wahr - ein Aprilscherz.

Die nicht repräsentative Abstimmung auf infranken.de fiel jedenfalls sehr eindeutig aus. Ein vierter Bürgermeister ist nicht gerade der Hit der Bamberger: 58,2 Prozent sprechen sich gegen ein Quartett an der Rathausspitze vor. Immerhin: Zu einigen amüsierten Kommentare hat die Vorstellung einer Bamberger Bürgermeister-Inflation dann doch geführt. Ein Kommentator sprach sich für das Sams als vierten Bürgermeister aus; ein anderer für einen "Klimaschutzbürgermeister. Kostprobe": "Die viele heiße Luft, welche bei den unzähligen Debatten im Rathaus produziert wird, könnte mittels moderner Technik eingefangen und über Wärmetauscher und Gasturbine in nutzbare Energie umgewandelt werden."

Mit Humor nahm auch Oberbürgermeister Andreas Starke den Aprilscherz unserer Zeitung auf. "Beinahe hätte ich selbst daran geglaubt", sagte Starke, dessen Tag am Dienstag schon um sechs Uhr beim Physiotherapeuten begann.

Nichtsdestotrotz rückt der 7. Mai näher, an dem die Entscheidung über den zweiten und womöglich auch einen dritten Bürgermeister fallen soll. Einen ersten Schritt in Richtung Meinungsfindung gehen die neu gewählten neun Gruppierungen zusammen mit dem OB am Freitag in einem Workshop im Rathaus Maxplatz: Dabei geht es um Fragen wie den Senatszuschnitt, die künftige Größe der Fraktionen und alles, was in der Geschäftsordnung des Stadtrats zu regeln ist. Darin müsste auch die Rechtsgrundlage festgehalten sein, wenn die Stadt künftig durch drei Bürgermeisters vertreten sein will. Bisher gibt es einen solchen Passus noch nicht. "Doch soweit sind wir noch nicht", sagt Starke. Für ihn steht zuerst erst eine Art Stoffsammlung auf dem Programm. "Wir wollen mit großer Sorgfalt vorgehen, auch weil mehr Gruppierungen als bisher und 20 neue Leute im Stadtrat sitzen", sagt das Stadtoberhaupt.

Den Aprilscherz selbst finden Sie hier.