Im Vergleich zu den Vorjahren fiel die Halloween-Feier in der Bamberger US-Kaserne am Donnerstag deutlich kleiner aus. Dies zeigte sich schon bei den Einschreibungen am Tor, wo zwar auch diesmal reger Andrang herrschte - denn viele Deutsche nutzen die Gelegenheit und feiern zusammen mit ihren amerikanischen Freunden Halloween auf dem Kasernengelände -, aber die riesigen Schlangen von früher gab es nicht mehr. Zu sehr ist die Militärgemeinde in den letzten Monaten geschrumpft.

Daher gab es zum traditionellen Halloween in der Kaserne kein "Trick or Treat" (Süßes oder Saures) mehr in der Housing Area (Wohnsiedlung der Offiziere). "Normalerweise", so erinnerte sich Simon Hupfer, stellvertretender Pressesprecher der US-Garnison, "waren dort in der ganzen Straße alle Häuser und Vorgärten liebevoll und einfallsreich geschmückt. Es gab sogar Wettbewerbe, bei denen die schönsten bzw. schaurigsten Häuser oder Gärten prämiert wurden." Und an Halloween seien dann dort regelrechte Menschenmassen zwei Stunden von Haus zu Haus gezogen und hätten sich ihre Süßigkeiten abgeholt. Auch die jeweiligen Standortkommandeure hätten sich daran beteiligt und immer viel Spaß gehabt.

Allerdings, so Hupfer, war Halloween in den letzten Jahren nicht nur ein reines Kinderfest mit "Trick or Treat", sondern auch viele Erwachsene hätten sich an dem amerikanischen Brauchtum erfreut. So gab es rund um den Halloween-Tag sogar ganze Bälle mit Maskenprämierungen. Auf diesen hatten sich viele Amerikaner phantasievoll und mit literweise künstlichem Blut geschmückt.

Heuer war man von der Housing-Area rund um die JFK-Turnhalle, die derzeit als Jugendzentrum dient, umgezogen. Dort gab es wie all die Jahre zuvor das sogenannte "Haunted House" (Geisterhaus). Dieses wurde vom Verband "Better Oportunities for Single Soldiers", der sich vorrangig um alleinstehende Soldaten kümmert, mit ehrenamtlichem Engagement zu einem Spukschloss verwandelt worden. In dem "Haus des Grauens" gab es unter anderem kopflose Gestalten, Untote und den Operationssaal des Schreckens, wo "Ärzte" mit Bohrmaschinen und Kreissägen handierten. Nichts für schwache Nerven!

Deutlich beschaulicher ging es in der JFK-Sporthalle zu. Hier gab es weder böse Monster noch unfreundliche Wesen. Zum "Eintrittspreis" für eine Tüte Süßigkeiten, die später an die rund 500 Besucher verteilt wurden, konnten die Kinder und Jugendlichen sich in Hüpfburgen vergnügen, basteln oder an einem der zahlreichen Mitmachstände ihr Können unter Beweis stellen.

Höhepunkt des Abends war das "Trick or Treat", das mit Einbruch der Dunkelheit startete. Die Kofferräume der Autos wurden kurzerhand gruselig umgestaltet und davor jede Menge Süßigkeiten verteilt - nicht nur zum Entzücken kleiner und "großer" Kinder, sondern auch zur Freude der Garnisonskommandeurin Oberstleutnant Michelle L. Bienias, die es sich nicht nehmen ließ, mit der verbliebenen Militärgemeinde Halloween zu feiern.

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