300 Kilometer Kreisstraßen betreut der Landkreis Bamberg. Eine große Aufgabe. In den Gemeinden Frensdorf, Burgebrach, Schlüsselfeld, Pommersfelden, Hirschaid und Buttenheim planen und betreuen die Mitarbeiter aktuell Straßenbauprojekte. Insgesamt werden dabei rund zehn Millionen Euro ausgestreut. Bei der Landkreisfahrt des Bauausschusses machten sich die Kreisräte ein Bild von den Maßnahmen und stimmten sich ab.
Größte und für den Verkehr bedeutendste Baustelle wird zweifellos Hirschaid: Hier wird wie berichtet die von 15 000 Verkehrsteilnehmern täglich frequentierte Kreisstraße BA 27 zwischen Kreisel und Seigendorf für drei Millionen Euro saniert. Sperrungen drohen. Los geht es am 20. August, im Oktober 2019 soll alles fertig sein.


Brücke für Radfahrer

Ebenfalls bis ins nächste Jahr werden sich die Arbeiten zwischen Reundorf und Frensdorf hinziehen. Noch heuer soll eine neue Deckschicht auf der Kreisstraße BA 29 aufgebracht werden. Außerdem entsteht an der Südseite ein Geh- und Radweg. "Das Radwegenetz ist eines der ganz wichtigen Themen. Hier schaffen wir den letzten Lückenschluss zwischen Bamberg und Ebrach", erklärte Landrat Johann Kalb (CSU). Die Brücke bei Reundorf über die Rauhe Ebrach ist für einen zusätzlichen Radweg zu schmal, deshalb eine eigene Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer. Sie kostet mit dem Geh- und Radweg 1,4 Millionen Euro. Zusammen mit dem Straßenausbau im Überschwemmungsgebiet (700 000 Euro) summieren sich die Gesamtkosten auf 2,1 Millionen Euro. Fördergelder des Freistaates werden die Kosten für den Landkreis aber noch senken.


"Schwerverkehr nicht anlocken"

Wie schwer die Sanierung der Kreisstraße BA 33 bei Burgebrach zwischen Oberköst und Treppendorf den Landkreis-Säckel belasten wird, ist noch nicht klar. Auch wann es losgehen wird, ist noch offen. Nur dass die Straße irgendwann erneuert werden muss, darüber waren sich die Kreisräte bei ihrer Tour weitestgehend einig. Verbreitert werden soll die Straße nicht. "Wir wollen den Schwerverkehr der Firma Thomann nicht anlocken", erklärte Michael Dotterweich, Fachbereichsleiter für den Straßenbau im Landratsamt. Zwei Kilometer lang ist das Teilstück, frequentiert wird es demnach von nur 300 Fahrzeugen am Tag.


Warten auf Autobahnerweiterung

Rund 1600, darunter 100 Lastwagen, sind es auf der Waldstrecke BA 50 zwischen dem Schlüsselfelder Gemeindeteil Elsendorf und der Landkreisgrenze. 200 Meter vor dem Ziel hat das Landratsamt die Arbeiten gestoppt: Hier wartet man ab, bis die Autobahn 3 sechsspurig ausgebaut und eine neue Brücke darüber errichtet ist - was eine Erhöhung der kreuzenden Kreisstraße nach sich ziehen muss. Die Kosten sind im Verlauf der Realisierung auf über 700 000 Euro angestiegen, weil belasteter Aushub entsorgt werden muss. "Bis Mitte August wollen wir mit dem Bauabschnitt fertig sein", berichtete Matthias Meister vom Landratsamt. Die Rodungen im Wald und Straßenarbeiten sind schon weit fortgeschritten. Zum Schutz der Motorradfahrer werden noch spezielle Sicherheits-Planken am Straßenrand angebracht.


Im Zweifel für die Radler

Eine Vorabstimmung pro Radfahrer traf der Bauausschuss bei seiner Rundfahrt im Pommersfeldener Ortsteil Wind: Die Kreisstraße BA 24 nach Sambach soll erneuert und hochwasserfrei werden. Dabei soll auch ein eigener Geh- und Radweg entstehen - was die Gesamtkosten der Maßnahme um 400 000 auf 2,7 Millionen Euro ansteigen lässt. Problem ist dabei, dass die Kreisstraße regelmäßig überflutet wird, laut Bürgermeister Hans Beck (CSU) bis zu zehnmal im Jahr. Die BA 24 soll nun also eine neue Brücke über die Reiche Ebrach bekommen, 50 statt wie bisher 25 Meter lang. Der bisherige Hochwassersteg soll einem modernen Geh- und Radweg weichen. "Das ist ein Wunsch unserer Gemeinde", sagte Beck, der nun beim Freistaat Bayern nach Fördermöglichkeiten Ausschau halten will.


Hand in Hand mit dem Freistaat

Eine enge Kooperation mit dem Freistaat in Form des Staatlichen Bauamtes erfolgt bei Buttenheim. Hier wird gerade die Staatsstraße 2260 samt Kreuzung mit der Kreisstraße BA 8 verkehrsgerecht umgebaut. Die Kreisstraße in Richtung Dreuschendorf wird dann im nächsten Jahr gebaut - zusammen mit einem neuen Geh- und Radweg.Die Gesamtkosten liegen bei rund drei Millionen Euro. Bis zum Spätherbst soll die Kreuzung fertig sein, ehe es 2019 an Kreisstraße, Geh- und Radweg geht. Das nahe Gewässer wird renaturiert.

Sebastian Schanz