Landrat Wilhelm Schneider war am Donnerstag mit dem Kreisausschuss für Bau und Verkehr in Ebern. Dort besichtigte das Gremium den Kreisbauhof in Sandhof und verschaffte sich einen Überblick über den Stand des Neubaus des Hallenbades in der Coburger Straße. In der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule Ebern informierten die Architekten Pollach Senior und Junior über den geplanten Anbau der Realschule.

Hubert Schramm, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes des Landkreises, empfing den Kreisausschuss zusammen mit Straßenwärter Bernd Keicher am Kreisbauhof Ebern. Schramm informierte das Gremium, was demnächst zum Erhalt oder zur Verbesserung im Kreisbauhof an der Sandhofer Straße ansteht. So seien in verschiedenen Hallen die Bodenbeläge zu erneuern oder auszubessern. Probleme seien auch bei der Heizanlage zu erwarten, zudem sollte eine Außendämmung ins Auge gefasst werden. Geräumt würden im Winter von den elf am Kreisbauhof Ebern Beschäftigten etwa 100 Kilometer Kreisstraßen.

Kämmerer Marcus Fröhlich sieht erst im Haushalt 2015 eine Möglichkeit, Mittel für den Kreisbauhof Ebern einzustellen. Abzuklären wäre nach seinen Worten auch, ob für energetische Maßnahmen Fördergelder zu erhalten sind. Landrat Wilhelm Schneider: "Wir brauchen erst einmal eine Kostenschätzung um dann zu sehen, wie wir vorgehen können. Wir wollten heute bei der Ortseinsicht dem Bauausschuss nur einmal zeigen, wie es hier um den Bauhof beschaffen ist."


Baustelle soll winterfest werden

Aus sicherheitstechnischen Gründen konnte der Kreisausschuss nicht auf das Baugelände am neuen Hallenbad in der Coburger Straße. Deshalb war der Landrat mit seinen Bauausschussmitgliedern quasi nur "Zaungast." Durch den Absperrzaun konnte man sich ein Bild vom Ist-Zustand machen. Ralf Röckelein-Sarrè vom Hochbauamt des Landratsamtes erläuterte vor Ort den Baufortschritt des Hallenbades. Insgesamt sei man recht gut im Zeitplan und wolle erreichen, dass die Baustelle vor Einbruch des Winters "winterfest" gemacht werden kann, was auch bedeute, dass das Dach schon erstellt ist. Konrektorin Luise Pannek von der Realschule freute sich das Gremium des Bauausschusses im Haus zu haben und hob die einvernehmliche Zusammenarbeit bei der Planung des Schulanbaues mit dem Landratsamt hervor.

Eingegangen wurde auf die Probleme, die es im Untergrund beim Hallenbadbau gegeben hatte. Wie hierzu Ralf Röckelein-Sarrè sagte, sei man von der unterschiedlichen Beschaffenheit des Untergrundes überrascht worden. Hierzu merkte Architekt Günter Pollach an, dass einfache Bodengutachten nicht umfassend Auskunft über den Untergrund geben können. Das konnte nur durch tiefere Bohrungen festgestellt werden. Schneider wollte im Hinblick auf den Anbau der Realschule wissen, ob aussagekräftige Bodengutachten in die Kostenkalkulation einbezogen wurden. Solche würden veranlasst, sagte Röckelein-Sarrè. Kreisrat Harald Pascher (Ebern) bat um umgehende Information des Landkreises an die Stadt Ebern, wenn Mehrkosten zu erwarten sind. Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann: "Es wäre schön, wenn wir nur von Kostenminderungen erfahren müssten."

Architekt Günther Pollach informierte das Gremium, dass der geplanten Anbau an der Realschule schon der dritte Anbau statt sei. In diesem Zusammenhang werde man auch die Angerbachsituation im Auge haben müssen, wo wohl auch die Stadt Ebern mit ins Boot zu nehmen wäre. Das müsse alles so erledigt werden, dass künftig für die Realschule im Untergeschoss keine Wasserschäden zu erwarten sind. Pollach hält Probebohrungen von etwa zwölf Metern Tiefe für nötig, um für den Anbau der Realschule eine Baugrundprüfung erstellen zu können. Ausschreibungen für den Bau liefen und Ende November könne er schon genaueres sagen.


Ist eine Generalsanierung notwendig?

Probleme bestehen Pollach zufolge auch im Dach des bestehenden Gebäudes. Demnach solle auch der Altbau so hergerichtet werden, dass für die nächsten 30 Jahre keine Probleme entstehen. "Sind wir doch ehrlich, das geht ja auf eine Generalsanierung der Realschule hinaus", warf Kreisrat und Bürgermeister von Untermerzbach, Helmut Dietz, ein. Seiner Meinung nach deshalb, weil infolge von Sanierungsmaßnahmen erheblich in die Bausubstanz des bestehenden Gebäudes eingegriffen werde. Für eine Generalsanierung mit einer Förderung, müsse ein gewisser Schwellenwert an Kosten erreicht werden. Das sieht Günther Pollach nicht für gegeben, da einiges an der Schule gemacht sei, was nicht in die Kosten mit hinein genommen werden könne.

Landrat Schneider wollte wissen wie beim Bau vorgegangen wird. Dazu Pollach: "Erst müssen wir den Anbau erstellen und dann können wir Zug um Zug die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am alten Gebäude vornehmen." Sebastian Pollach zeigte dem Gremium das bestehende Raumprogramm der Schule auf und auch was nach dem Anbau zur Verfügung steht. "Wir wollen versuchen, Rektor-, Konrektor-, Sekretariats- und Lehrerzimmer näher aneinander zu bringen."

Die offene Aula soll etwa 200 Quadratmeter haben. Auf zwei Etagen soll der Anbau eine Fläche von 1300 Quadratmetern haben. Eva Mangold vom Kreishochbau stellte fest, dass das Raumprogramm der Realschule Ebern "am untersten Limit" laufe und deshalb mancher Unterricht leiden würde. Hier widersprach Landrat Wilhelm Schneider: "Alles wurde durchgeführt was dem tollen organisatorischen Talent der Schulleitung zu verdanken ist. Man hat hier sehr flexibel reagiert." Jürgen Hennemann hofft, dass nicht in einigen Jahren wieder was zu machen ist. Bei der Planung sei alles was zu beachten ist, berücksichtigt worden, sagte der Landrat aber was sich entwickle, könne man nie sicher voraussagen.


Landrat stellt höhere Kreisumlage in Aussicht

"Wer soll das bezahlen" war die Frage von Kreisrat und Bürgermeister von Rentweinsdorf, Willi Sendelbeck. "Der Kreis", kam es lakonisch vom Landrat. "Wir müssen alles sinnvoll auf Jahre verteilen da ich nicht möchte, dass die Kreisumlage über Gebühr erhöht werden muss." Allerdings hält er es für sinnvoll, diese etwas zu erhöhen, um so ein gewisses Polster zu haben.