Ziel von Udes rund einstündigem Besuch war es, die Anliegen der ehrenamtlichen Helfer zu erfahren. Daher schwang er selbst keine großen Reden, sondern hörte zu, nur gelegentlich fragte er nach. Und der Kreisverband Bamberg hatte einiges auf dem Herzen, was er dem SPD-Politiker, der unter anderem von der Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld (SPD) begleitet wurde, mit auf den Weg gab.

So beispielsweise die Helfergleichstellung. "Zwar sind", wie BRK-Geschäftsführer Klaus Otto berichtete, "die Zeichen hierfür positiv gestellt, aber noch immer müssen unsere ehrenamtlichen Helfer, wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden, ihre Freizeit opfern, Urlaub nehmen oder gar ihren Arbeitsplatz gefährden." Daher müsse nun auch das BRK den Feuerwehrleuten gleichgestellt werden. Und zwar, so ergänzte der stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Wachter, solle diese Gleichstellung für alle Einsatzkräfte gelten, ganz gleich ob sie im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz oder bei den Schnelleinsatzgruppen (SEG) tätig sind.

Ein von Christian Ude angesprochener Notarztmangel stelle sich zumindest für Bamberg nicht. "Man muss unterscheiden zwischen lukrativen Städten und dem flachen Land, da der Notarztdienst meist von niedergelassenen Ärzten ausgeführt wird", erläuterte Karlheinz Utzmann, Leiter des Rettungsdienstes. Da in den Städten am Tag durchschnittlich zehn bis 15 Einsätze zu fahren seien, würden die Notärzte hier deutlich mehr verdienen als auf dem flachen Land, wo deutlich weniger Einsätze am Tag anfielen. Dennoch, so unterstrich Utzmann, gäbe es derzeit weder im Landkreis noch in der Stadt Besetzungsprobleme.

Größere Sorgen hingegen bereiten dem BRK die Umsetzung des Digitalfunkes. Nach eigenen Schätzungen muss der Kreisverband für die Umrüstung seiner Fahrzeuge etwa 30 000 Euro aufbringen. "Wir bekommen zwar viele gute Reden und viel Dank von der Politik, aber leider keine finanzielle Unterstützung hierzu", klagte der Kreisgeschäftsführer. Klaus Otto: "Daher muss dann letztendlich wieder ein Ehrenamtlicher mit der Spendenbüchse umherziehen und so das benötigte Geld aufbringen."