Die Wettervorhersage für den Rest des Monats deutet noch nicht darauf hin. Aber in vielen Jahren sind die Winterdienste im Landkreis Ende November zum ersten Großeinsatz gefordert. So war es etwa im vergangenen Jahr, als am Morgen des 28. November, plötzlich alles von Glatteis überzogen war. Im Jahr davor ließ der Wintereinbruch zwar bis Anfang Dezember auf sich warten, aber ein lang anhaltender, dichter morgendlicher Schneefall sorgte dann für einiges Chaos auf den Straßen sorgte. So wie auch 2010, damals wiederum bereits am 29. November. Das chaotische Element rührt aber zumeist daher, dass jedes Mal einige Autofahrer dann erst überrascht feststellen, dass wieder mal Winter ist.

Die Winterdienste sind in der Regel gut vorbereitet, können aber bei plötzlichen Wetterkapriolen, wie etwa Blitzeis nicht überall gleichzeitig sein. Und es gibt eine Vielzahl von Diensten, die für die Sicherheit auf den Straßen im Landkreis zuständig sind. So fallen knapp 300 Kilometer Kreisstraßen in die Zuständigkeit des Kreisbauhofs in Memmelsdorf. Der verfügt nicht nur über den eignen Fahrzeugpark, sondern arbeitet auch mit mehreren Subunternehmern zusammen. So können die Streu- und Räumfahrzeuge auch schneller in alle Winkel des Landkreises gelangen und müssen nicht erst von Memmelsdorf aus anrollen.

Viele verschiedene Meistereien

Für weitere ebenfalls knapp 300 Straßenkilometer ist dagegen die Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamts in der Bamberger Gutenbergstraße zuständig. Die Mitarbeiter der Straßenmeiste-rei sollen auf den Bundes- und Staatsstraßen für freie Fahrt im Winter sorgen. Autobahnen werden jedoch von den Autobahn- und Straßenmeistereien der Autobahndirektion Nordbayern geräumt. Wobei für die Autobahnabschnitte innerhalb des Landkreises Bamberg wiederum verschiedene Dienststellen zuständig sind. Neben Hirschaid etwa auch Bad Staffelstein, Knetzgau, Thurnau oder Geiselwind.

Auf Gemeinde- und Ortsverbindungsstraßen haben dagegen die einzelnen Kommunen die Hoheit und damit auch die Pflicht, zum Winterdienst. Der Löwenanteil - rein von der Gesamtstrecke her - entfällt also auf die 36 Landkreisgemeinden, die den Winterdienst ihrerseits wieder unterschiedlich geregelt haben.

Neues größeres Salzlager

Wenn es glatt wird und schneit - und am besten schon Stunden vorher - sind im Landkreis also mehr als 40 verschiedene Einrichtungen gefordert. Gut vorbereitet dürften sie alle sein. Und selbst nach dem vergangenen Winter, der kaum einer war, rechnet keiner damit, dass das zum Dauerzustand wird.

So hat etwa der Landkreis im seinem Bauhof eine neue Salzlagerhalle errichtet. Sie soll bis Mitte Dezember offiziell eingeweiht werden. Das neue Lager fasst nun 2200 Tonnen Salz. Das sind 700 Tonnen mehr als das alte Lager, das mit 1500 Tonnen ziemlich genau den durchschnittlichen Bedarf einer Wintersaison fassen konnte.
Mit dem neuen Lager hofft man im Landratsamt aber auch Spitzen abfangen zu können. Ein teurer Nachkauf von Salz in einem eis- und schneereichen Winter soll damit vermieden werden. In den vergangenen Jahren war dies mehrfach der Fall. Allerdings, so haben frühere Nachfragen des Fränkischen Tags zu diesem jährlich wiederkehrenden Thema ergeben, wurde in manchen Jahren - wie etwa dem extrem schneereichen Winter 2009/2010 der Verbrauch des Kreisbauhofs vom Landrats auch schon mal auf 2500 Tonnen beziffert.

Die Trennung der Einsatzbereiche erfolgt allerdings recht strikt. So übernimmt der Kreisbauhof außer auf den Kreisstraßen lediglich auf einigen wenigen Abschnitten von Gemeindestraßen den Räum- und Streudienst. So etwa auf der Zufahrt zur Giechburg und dem dortigen Parkplatz.

Einsatz von 2.30 bis 23 Uhr

Insgesamt trägt der Kreisbauhof mit zwölf Fahrzeugen zum Winterdienst im Landkreis bei. Die Mitarbeiter sind dazu - in mehreren Schichten - von 2.30 Uhr bis 23 Uhr einsatzbereit - oder im Einsatz.