Nur wenige Tage liegt der verheerende Unfall zurück, bei dem auf der A3 zwei Menschen bei der Kollision mit einem Fahrzeug auf dem Pannenstreifen starben. Am Dienstag ereignete sich auf der A70 erneut ein Unfall auf dem Pannenstreifen: Kurz nach der Anschluss-Stelle Viereth-Trunstadt krachte ein Sattelzug in einen Transporter, der auf dem Pannenstreifen stand. Vier Menschen wurden verletzt, drei davon schwer.

Lastwagen kippte
Wie Polizeipressesprecher Jürgen Stadter dazu ausführt, ereignete sich der Unfall kurz nach 10 Uhr in Fahrtrichtung Schweinfurt. Durch die Wucht des Aufpralls kippte der Lastwagen. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 115.000 Euro. Die Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die Polizei rekonstruiert den Unfall folgendermaßen:



Gegen 10.15 Uhr hatte etwa ein Kilometer nach der Anschlussstelle Viereth der 27-jährige Fahrer eines Kleintransporters eine Panne und stand mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf dem Seitenstreifen. Aus bislang ungeklärter Ursache geriet ein 50-Jähriger mit seinem Sattelzug zu weit nach rechts und prallte nahezu ungebremst gegen das Pannenfahrzeug. Dieses wurde durch den Anstoß über den Standstreifen geschleudert und stark beschädigt. Der Sattelzug kam nach rechts von der Fahrbahn ab und blieb auf der rechten Seite im Graben liegen.

Die beiden Insassen des Kleintransporters sowie der Lkw-Fahrer wurden schwer verletzt und mit dem Rettungsdienst in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Am Kleintransporter entstand Totalschaden und musste abgeschleppt werden. Der Sattelzug wurde mittels eines Krans geborgen. Außerdem wurden die Schutzplanke und ein Verkehrszeichen beschädigt sowie eine Notrufsäule komplett zerstört. Zur Bergung der Fahrzeuge musste die Autobahn komplett gesperrt werden.

Zur Stunde dauern die Aufräumarbeiten noch an. Die Sperrung wird noch bis etwa 16 Uhr bestehen bleiben.

Der Pressesprecher der Polizei legt Fahrer und Insassen von Pannenfahrzeugen noch überlebenswichtige Ratschläge ans Herz.

Schnell aus dem Pannenfahrzeug
Ganz wichtig ist es, das liegen gebliebene Fahrzeug schnellst möglich zu verlassen. Am besten über die rechte Seite, sagt er.

Damit man dabei bereits die Warnwesten anhaben kann, empfiehlt es sich, diese in den Seitenfächern zu deponieren. Wenn die Elektronik des Pannenfahrzeugs noch intakt ist, sollte die Warnblinkanlage eingeschaltet werden. Gerade bei Dämmerung oder diesigem Licht ist es hilfreich, auch die Fahrzeugbeleuchtung anzumachen oder an zu lassen. "Falls sie noch funktioniert".

Außerhalb des havarierten Pannengefährtes sollten sich die Insassen dann hinter die Schutzplanke und Richtung des herankommenden Verkehrs begeben. "Mit Handzeichen sollte man den anderen signalisieren, dass sie langsamer fahren." In etwa 100 Metern (das sind zwei Lichtpfosten) Entfernung vom "Hindernis" muss dann das Warndreieck aufgestellt werden. Einen noch besseren Warneffekt erzielt man, wenn eine Warnleuchte dabei steht. Die ist zwar nur für Lkw Pflicht, doch Stadter rät auch den anderen Verkehrsteilnehmern dringend zur Anschaffung.