Noch am Mittwochnachmittag sichert die Kriminalpolizei auf dem Gelände der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg Spuren. Die Brandfahnder nehmen eine Wohnung genauer in Augenschein. Am frühen Morgen war bei einem Feuer in einem Wohnblock der großen Flüchtlingsunterkunft im Osten der Stadt ein Mensch ums Leben gekommen, 15 Menschen hatten leichte Rauchgasvergiftungen erlitten.

Die Kripo Bamberg machte sich schon am Morgen auf die Suche nach der Brandursache. Noch bis zum Abend war diese unklar. Die Identität oder das Geschlecht des Todesopfers war aufgrund des Verbrennungsgrades der Leiche zunächst nicht bekannt. Warum die Person ums Leben kam, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Wie das Polizeipräsidium in Bayreuth mitteilte, war um kurz nach 3 Uhr am Morgen die Meldung über den Brand in der mit derzeit 1200 Menschen belegten Flüchtlingsunterkunft per Notruf eingegangen. Das Feuer hatte sich in einer Wohnung im Erdgeschoss in einem mit 163 Menschen bewohnten Gebäudetrakt ereignet. Die Feuerwehr rückte laut Polizeiangaben mit zahlreichen Einsatzkräften an und begann unmittelbar zu löschen. Zu der Zeit soll sich der Rauch bereits in dem dreistöckigen Gebäude ausgebreitet haben.

Viele der Bewohner konnten das Gebäude selbstständig verlassen, andere mussten von den Feuerwehrkräften nach draußen gebracht werden. Laut Bambergs Stadtbrandrat Matthias Moyano hatte die Feuerwehr fünf Menschen von einem Balkon über der Wohnung, in der es brannte, über eine tragbare Leiter gerettet. Vier Bewohner des Hauses konnten über das Treppenhaus aus den verrauchten Räumen gebracht werden.

Die Rettungskräfte der Malteser und des Bayerischen Roten Kreuzes versorgten die leicht Verletzten vor Ort, sieben Menschen wurden aufgrund der Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Die restlichen Bewohner aus dem Wohnhaus wurden später in einen anderen Bereich der Unterkunft umquartiert.

 


Untersuchungen laufen

Nach kurzer Zeit hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle. In der Wohnung entdeckten die Einsatzkräfte daraufhin den leblosen Körper. "Bei der Brandentwicklung war die Person längst tot, als wir eingetroffen sind", erklärte Moyano. Aus dem Fenster der Wohnung habe es unter großer Hitzeentwicklung herausgebrannt, der Rauch soll dicht im Treppenhaus gestanden haben.

Ein Rechtsmediziner war am Mittwoch mit der Untersuchung des Leichnams beauftragt. Die Brandfahnder der Kripo wurden durch einen Spezialisten des Landeskriminalamts und einen Spürhund der Polizei unterstützt. Die Ermittler befragten mit Hilfe eines Dolmetschers auch Bewohner zu dem Vorfall.

Brand in Aufnahmeeinrichtung Bamberg: Dichter Rauch fordert Feuerwehr

Alexander Czech, Sprecher des Polizeipräsidiums, teilte schließlich mit, dass eine Einwirkung von außerhalb der Einrichtung für die Ursache des Brandes weitgehend ausgeschlossen werden könne - und damit auch ein fremdenfeindlicher Anschlag. Der Sachschaden wird auf 50.000 Euro geschätzt.

In der Großunterkunft auf dem Gelände der früheren US-Kaserne sind seit 2015 Asylbewerber untergebracht. Die Verfahren sollen dort seit 2016 beschleunigt durchgeführt werden. Die AEO ist jedoch umstritten. Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die Unterbringung in der auf bis zu 3400 Plätze ausgelegten Einrichtung als menschenverachtend. Auch die Kriminalität im Umfeld war zuletzt angestiegen.