"Ab dem Moment der Anmeldung läuft Bamberg Tag und Nacht." Mit diesem Satz bringt es Carlo Schramm vom Organisations-Team auf den Punkt. Montagmittag ist er von einer Radtour zurückgekommen, auf der ihm die vielen Läufer aufgefallen sind, die im Vorfeld des siebten Bamberger Weltkulturerbelaufs auf den Trainingsstrecken unterwegs sind.

Karl Schlichtig betont: "Es ist wichtig, dass die Leute rechtzeitig anfangen zu trainieren. Am besten jetzt schon raus! Und man sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen." Schlichtig weiß, wovon er spricht. Als Gründungsmitglied des Weltkulturerbelaufs ist er von Anfang an dabei, ist außerdem Leiter der Triathlon-Abteilung bei der DJK-Teutonia Gaustadt. Er weiß: Wer am Wettkampftag, dem 3. Mai, fit sein möchte, sollte rechtzeitig mit dem Training anfangen.

Das gilt auch und besonders für den Nachwuchs. Untrainiert geht gar nicht. "Natürlich tut sich ein Bub, der bereits zwei bis drei Mal die Woche Fußball spielt, etwas leichter mit dem Training", weiß Martin Sage, Sprecher des Organisationsteams. Zumal es für manch unentschlossenes Kind ein Ansporn sein könnte, dass noch Startplätze zu haben sind - im Gegensatz zu den beiden großen Strecken. Der Halbmarathon mit seinen 21,1 Kilometern (Sparkassen-Lauf) und der Brose-Lauf mit einer Länge von 10,9 Kilometern waren innerhalb von 48 Stunden komplett ausgebucht. "Das ist fast schon erschreckend", wie Martin Sage anmerkt.

Beim Wieland-Lauf mit seinen 4,4 Kilometern war mit Stand vom Rosenmontag noch Platz für sieben Läufer. Nur bei den Kindern ist dieses Mal einiges anders: Bisher sind rund ein Drittel Mini-Läufer weniger angemeldet als vor zwei Jahren. Woran liegt's? Bisher lief die Anmeldung der Schülerläufe direkt über die Schulen. Dieses Jahr müssen die Eltern ihre Kinder selber online eintragen. Carlo Schramm vermutet, dass ein gewisser sozialer Ansporn aus der Schule wegfalle. So liegt zum Beispiel beim Stadtwerke-Schülerlauf (4,1 km) die maximale Teilnehmerzahl bei 1350, angemeldet haben sich bis dato rund 830 Jugendliche aus den Jahrgangsstufen 5 bis 13.


Weniger Gedränge beim Start

Damit sich das Gedränge des Nachwuchses beim Startschuss etwas entzerrt, werden dieses Jahr zusätzlich Helfer eingesetzt. Apropos: Rund 1300 Menschen packen am ersten Mai-Wochenende mit an, damit alles glatt läuft. Rund 120 davon sind Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Sie stellen Streckenposten, sind als "Fußstreifen" in Alarmbereitschaft oder postieren sich mit Krankenwagen entlang der Strecke. "Da die Läufe unterschiedliche Wege nehmen, postieren sich auch unsere Helfer teilweise um", sagt Jürgen Wachter, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter. Die Rettungskräfte wollen im Ernstfall so schnell wie möglich vor Ort sein.

Das waren sie auch vor zwei Jahren, als ein Läufer auf der Zielgeraden am "Gabelmann" zusammenbrach, der schließlich an einem Herzinfarkt starb. Martin Sage erklärt: "Einen Zusammenbruch kann es leider immer geben. Gerade der Langstreckenlauf ist sehr sehr anspruchsvoll." Deswegen mahnt auch er, die Strecke nicht zu unterschätzen und sich zum Beispiel mit Hilfe des Weltkulturerbelauf-Newsletters noch Trainings-Tipps zu holen.
Einen Tipp in Sachen Startplatz-Ergattern hat Martin Sage auch noch: Wer eine Startnummer für die ausgebuchten Läufe erhaschen will, soll bei der Ausgabe der Startunterlagen in die HDE-Logistik-Halle in der Hafenstraße 21 kommen. "Dort gibt es immer Läufer, die aus verschiedenen Gründen nicht antreten können." Das EDV-Team ist laut Sage dann beim Ummeldeverfahren behilflich.

Am Wettkampftag werden dann rund 12.300 Teilnehmer durch das Weltkulturerbe rennen. Dass sie nicht in einem Schlagloch umknicken oder eine Baustelle umlaufen müssen, dafür sorgt Carlo Schramm in Absprache mit dem Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt. "Wir setzen zum Beispiel einen Keil an die Gehsteigkante", sagt er.

Dieses Jahr habe man noch eine ganz andere organisatorische Herausforderung, eine weltpolitische: "Etliche Kräfte der Bereitschaftspolizei und des THW sind auf dem G7-Treffen gebunden." Diese Lücken werde man mit Kräften der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis auffüllen.

Zahlen:

830 Jugendliche (Jahrgangsstufe 5 bis 13) haben sich bisher für den Stadtwerke-Schülerlauf (4,1 km) angemeldet; die maximale Teilnehmerzahl sind 1350.

750 Kinder sind beim Bosch-Schülerlauf (1,6 km, Schüler der 3. und 4. Klasse) gemeldet. Starten können insgesamt 1050 Teilnehmer.

700 Nachwuchs-Sportler sind beim Fuchs-Schülerlauf (1,6 km, Schüler der 1. und 2. Klasse) eingetragen. Platz ist für maximale 950.